Sarah Palin - konservativer geht's kaum

4. September 2008, 10:37
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Gegen Klimaschutz, für Ölbohrungen im Schutzgebiet, für Abtreibungsverbot, gegen Aufklärung in Schulen

St. Paul - In ihrer Rede vor dem Wahlparteitag der Republikaner hat sich US-Vizekandidatin Sarah Palin am Mittwoch (Ortszeit) in St. Paul erstmals einem großen Fernsehpublikum vorgestellt. Das Programm und die politischen Vorstellungen der Gouverneurin sind außerhalb ihres Heimatstaats Alaska bisher wenig bekannt. Aus Interviews von Palin mit US-Medien sowie Broschüren aus ihren früheren Wahlkämpfen in Alaska hat AFP eine Übersicht über ihre Positionen zu wichtigen Fragen zusammengestellt.

Umwelt und Klima:

Palin hat in mehreren Interviews klargemacht, dass sie die Erderwärmung nicht als Folge menschlichen Handelns ansieht. Hierin unterscheidet sie sich von Kandidat John McCain, der Maßnahmen zum Klimaschutz fordert. Palin befürwortet Ölbohrungen in geschützten Naturgebieten in den arktischen Regionen ihres Heimatstaats Alaska. Unter ihrer Führung hat die dortige Landesregierung Klage gegen den Beschluss der Regierung in Washington eingereicht, den Eisbären auf die Liste der bedrohten Tierarten zu setzen.

Wirtschaft:

Palin beschreibt sich selbst als finanzpolitisch konservative Republikanerin und überzeugte Befürworterin der freien Marktwirtschaft. In einer Wahlkampfbroschüre von 2006 schrieb sie: "Die freie Marktwirtschaft ermöglicht allen Beteiligten den Wettbewerb und stellt dadurch sicher, dass die besten und effizientesten Projekte umgesetzt werden. Sie sichert einen fairen und demokratischen Prozess." Als Gouverneurin von Alaska hat sie sich durch strenge Sparpolitik profiliert.

Abtreibung:

Palin tritt für ein weitreichendes Verbot der Abtreibung ein. Sie will sie nur dann zulassen, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist. In ihrem Gouverneurswahlkampf 2006 sagte sie: "Egal, welche Fehler wir als Gesellschaft machen: Wir können es nicht zulassen, das Leben Unschuldiger zu beenden." Ihr im April geborenes fünftes Kind, das an Down-Syndrom leidet, bezeichnete sie als "Geschenk Gottes". Obwohl sie die Diagnose schon während der Schwangerschaft kannte, dachte sie nach eigenen Angaben nie an einen Abruch.

Bildung:

Palin hat sich mehrfach klar gegen Sexualkundeunterricht in Schulen ausgesprochen. Sie befürwortet stattdessen Aufrufe zur Enthaltsamkeit bis zur Ehe. Zudem will sie, dass neben der Evolutionstheorie an Schulen gleichwertig die biblische Schöpfungsgeschichte unterrichtet wird. "Man muss beides lehren", sagte sie in einem Zeitungsinterview. "Eine gesunde Debatte ist wichtig und wertvoll in unseren Schulen."

Waffen:

Palin tritt gegen Beschränkungen des Rechts auf Waffenbesitz ein und ist Mitglied der einflussreichen konservativen Waffenlobby NRA. Sie selbst ist Jägerin. In einem Interview mit "USA Today" berichtete sie 2006, ihre Tiefkühltruhe sei "voll mit Wildfleisch, das wir hier in Alaska geschossen haben". Palin begrüßte das jüngste Urteil des Obersten Gerichts zum Waffenbesitz: Die Richter hoben darin das seit 32 Jahren gültige weitreichende Verbot von Feuerwaffen in der Stadt Washington DC als verfassungswidrig auf. (APA)

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