22 Richter fordern von Gouverneur von Texas Aufschub von Exekution

4. September 2008, 08:17
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Hinrichtung zwei Tage vor neuer Anhörung zum Fall geplant - Heute 39-Jähriger war 1990 wegen zweifachen Mordes zum Tode verurteilt worden

Washington - Mehr als 20 US-Richter haben den texanischen Gouverneur Rick Perry zum Aufschub einer Hinrichtung aufgefordert, um eine neue Anhörung in dem Fall zu ermöglichen. In dem am Mittwoch von den Anwälten des Todeskandidaten veröffentlichten Schreiben verwiesen die 22 Richter auf ihre langjährige Berufserfahrung und verlangten einen Aufschub der Exekution um 30 Tage. Die Hinrichtung ist für den 10. September geplant, die Anhörung ist für zwei Tage später angesetzt. Dabei soll ein Zeuge den Vorwurf der Befangenheit der Richterin untermauern, die den heute 39-jährigen Charles Dean Hood 1990 wegen zweifachen Mordes zum Tode verurteilt hatte.

Affäre zwischen Ankläger und Richerin

Ein ehemaliger Kollege des damals tätigen Staatsanwalts soll unter Eid aussagen, dass der Ankläger eine Affäre mit der Richterin gehabt habe. In dem Schreiben der 22 Richter heißt es: "Es wäre ein irreparables Unrecht, diesen Mann in den Tod zu schicken, ohne jemals dieses neue, entscheidende Element untersucht zu haben."

Die Liebschaft habe "eine wichtige Auswirkung auf die Fähigkeit des Justizsystems gehabt, Herrn Hood einen unparteilichen und ausgewogenen Prozess zu ermöglichen". Zu den Unterzeichnern des Appells zählt ein früherer Justizminister in der Regierung von Bill Clinton sowie ein Staatsanwalt, der an der Aufklärung der Watergate-Affäre beteiligt war. (APA)

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