Zyklone werden noch gefährlicher

3. September 2008, 19:12
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Klimaerwärmung führt nicht zu mehr, aber immer stärkeren Wirbelstürmen

London - In Nordamerika nennt man sie Hurrikane, in Indien Zyklone und in Ostasien Taifune. In allen drei Fällen handelt es sich um tropische Wirbelstürme, die nach demselben Prinzip entstehen: Wasser verdunstet über (mindestens 26,5 Grad Celsius) warmem Meerwasser, die Luft heizt sich auf und steigt nach oben, während kalte Luft von unten angesaugt wird. Durch die Drehung der Erde beginnt sich das Luftgemenge zu drehen und entwickelt sich im Extremfall zu einem gewaltigen Sturmwirbel.

Wie aber wirkt sich nun die globale Klimaerwärmung auf die mächtigen Wirbelstürme aus? Bisherige Studien kamen zu widersprüchlichen Ergebnissen; mehr scheinen es jedenfalls nicht zu werden. Das bestätigt auch die jüngste Untersuchung, für die US-Forscher um James Elsner von der Florida State University Daten von 1981 bis 2006 aus dem Atlantik, dem Pazifik und dem Indischen Ozean ausgewertet haben.

Bei Vergleichen von Meerestemperaturen und Windstärken stellten sie zwar keine erhöhte Zahl von Stürmen fest. Sehr wohl aber zeigte sich eine deutliche Zunahme der Windgeschwindigkeiten bei den stärksten Hurrikanen, Zyklonen und Taifunen - und eine Zunahme dieser stärksten Stürme.

"Weil sich das Meer erwärmt, muss der Ozean mehr Energie in tropische Zyklon-Winde umwandeln", so die Forscher in der neuen Ausgabe des britischen Wissenschaftsmagazins "Nature" (Bd. 455, S.92). Sie haben außerdem errechnet, dass ein Anstieg der Meerestemperatur um ein Grad Celsius in den Tropen die Zahl der stärksten Stürme um 31 Prozent ansteigen lässt.

Immerhin gibt es eine Ausnahme von der neuen Regel: Im Südpazifik bliebt die Anzahl der heftigen Zyklone gleich - einfach weil dort die Wassertemperaturen bereits wärmer sind als in allen anderen Meeresregionen. (tasch/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4. 9. 2008)

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