Abgekupfert? D-DF hat "reines Gewissen"

24. Februar 2003, 15:57
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Diskussionen über die neue tele.ring-Kampagne und Männchen, die heimtückisch Menschen anfallen und sich festklammern - "War definitiv nicht Vorbild", sagt De Felice

Vergangene Woche wurde die neue tele.ring-Kampagne - konzipiert von Dirnberger De Felice (D-DF) präsentiert (siehe dazu: "Weg mit dem Speck") - und sorgte prompt für heftige Diskussionen unter den etat.at-UserInnen. Marco De Felice weist die Vorwürfe entschieden zurück.

Männchen, die einen anspringen und sich festklammern, gab's schon mal, so der Vorwurf, die Idee stamme von der spanischen Agentur FCB/Tapsa für den Kunden Caja Madrid, die dafür 1999 einen bronzenen Cannes-Löwen bekam.

Doch nicht "so dämlich"

"Wahrscheinlich haben wir den Film alle irgendwann gesehen", sagt De Felice im Gespräch mit etat.at. Aber: Im gesamten Team für die tele.ring-Kampagne war der "kein Thema". Entsprechend "groß war die Überraschung", als die ersten Postings bei etat.at auftauchten mit den Vorwürfen des Plagiats. De Felice räumt ein, dass es sich um "dieselbe Grundidee" handelt, ja "genau die gleiche Mechanik". "Offenbar gibt es auch in Spanien denselben Gedankengang mit ,im Gnack sitzen'". Die Umsetzung der Spots sei allerdings "komplett anders".

"Es ist definitiv nicht richtig, dass wir die spanische Kampagne als Vorbild hatten", unterstreicht De Felice: "Ich kann mit reinem Gewissen für unsere Agentur sagen, dass das auf keinen Fall Methode war oder sein wird." Das "Kränkendste" an den Vorwürfen ist für ihn, dass man Peter Dirnberger und ihm unterstelle, "so dämlich zu sein", mit einem Plagiat "eine Agentur zu starten". "Leute, die uns kennen, wissen, das das nicht sein kann."

"Nicht jammern"

Den Kritikern wirft De Felice vor, sich "mangels Rückgrat" hinter Nicknames zu verstecken, aber ihrer neuen Agentur D-DF vorwerfen, allein aufgrund ihrer guten Namen den ATV-Etat bekommen zu haben. "Nicht jammern, selber machen", kontert De Felice: "Es ist eben nicht so einfach, sich einen Namen zu erarbeiten."

A propos Namen: Dass Peter Dirnberger in jenem Jahr Cannes-Juror war, in dem auch der spanische Spot prämiert wurde, weist De Felice zurück: Dirnberger war 2000 in der Jury, der Spot findet sich auf der Cannes-Rolle von 99.

Dass die spanische FCB mit demselben Grundgedanken einen Löwen holte, zeigt De Felice im Übrigen, dass D-DF mit der Idee "nicht in schlechter Gesellschaft" ist. Die Hoffnung auf "die eine oder andere Auszeichnung" mit der tele.ring-Kampagne schwinde damit allerdings merklich.

Links gibt's den Banken-Spot von FCB/Tapsa aus dem Jahre 1999 als Ansichtssache und Link zum Video-File und die neue tele.ring-Kampagne von Dirnberger De Felice. (red)

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