Umfrage: Schüssels Kurs verliert Zustimmung

24. Februar 2003, 14:19
85 Postings

market-Umfrage für den Standard: Mehrheit wünscht, dass der Kanzler nachgiebiger wäre

Linz - Die Nationalratswahl vor drei Monaten war - wie Umfragen vor und nach der Wahl belegt haben - auch eine Bestätigung für den politischen Kurs von Wolfgang Schüssel. Inzwischen aber hat eine Mehrheit der Österreicher Zweifel, dass die Politik des Kanzlers fortgesetzt werden soll. Das geht aus einer Umfrage des Linzer market-Instituts für den Standard hervor.

market fragte im Hinblick auf die Verhandlungen: "Wenn Sie an das mögliche Ergebnis denken, wäre es da wünschenswert, dass die Politik der letzten Jahre im Großen und Ganzen weitergeführt wird oder sollte es da eine grundsätzliche Änderung geben?"

Nur 28 Prozent sind noch dafür, dass es politisch so weiter geht wie bisher - nur in einer einzigen Untergruppe der Befragten, nämlich bei den erklärten ÖVP-Wählern, gibt es wenigstens eine relative Mehrheit für die Fortsetzung des Kurses.

57 Prozent für Kurswechsel - am stärksten die SPÖ-Wähler

Zum Vergleich: Zehn Tage vor der Nationalratswahl sagten 53 Prozent, sie wünschten sich eine Fortführung der bisherigen Politik (was im Wesentlichen dem addierten Ergebnis von ÖVP und FPÖ entsprach). Eine Woche nach der Wahl waren sogar acht von zehn Österreichern der Meinung, dass die in der letzten Legislaturperiode begonnenen Reformen in die richtige Richtung gegangen sind und fortgesetzt werden sollten.

Jetzt aber gilt nicht nur die FPÖ, sondern auch ÖVP als geschwächt - als politisch gestärkt werden, wie die Grafik zeigt, nur die Grünen empfunden. Der Standard ließ dazu fragen: "Die einen sagen, es wäre besser, wenn Wolfgang Schüssel von seinen Zielen abgehen würde, um leichter eine Regierung bilden zu können. Die anderen sagen, Wolfgang Schüssel sollte nicht von seinen Zielen abgehen, für diese Ziele ist er schließlich gewählt worden. Welche Meinung trifft eher Ihren Standpunkt?" Darauf wünschten sich 46 Prozent, der Kanzler wäre kompromissbereiter, nur 35 Prozent (vor allem ÖVP- und FPÖ-Wähler) wünschen sich, dass er hart bleibt.(Conrad Seidl/DER STANDARD, Printausgabe, 24.2.2003)

  • (zum Vergrößern)

    (zum Vergrößern)

Share if you care.