Blockfreie drängen Nordkorea zu Einhaltung von Atomwaffensperrvertrag

23. Februar 2003, 13:25
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Powell setzt Gespräche über Atom-Krise in China fort

Kuala Lumpur/Peking - Die 114 blockfreien Staaten wollen Nordkorea wieder zur Einhaltung des aufgekündigten Atomwaffensperrvertrags bewegen. Die "wichtige Rolle" des internationalen Abkommens ist Bestandteil einer Erklärung, die auf dem am Montag beginnenden Gipfeltreffen in Malaysia verabschiedet werden soll, wie ein Diplomat am Sonntag sagte. Zuvor hatten die Blockfreien, denen auch Nordkorea angehört, einen Entschließungsantrag aus Pjöngjang zurückgewiesen, wonach die USA die Schuld an der Atom-Krise tragen. Nordkorea wird auf dem Gipfel in Kuala Lumpur von der Nummer zwei des Staates, Kim Yong Nam, und Außenminister Paek Nam Sun vertreten. Die USA und Südkorea entsandten Beobachter.

US-Außenminister Colin Powell traf im Rahmen einer Asienreise zur Beilegung der Nordkorea-Krise in China ein. Am Montag wollte er mit seinem Kollegen Tang Jiaxuan, Staatspräsident Jiang Zemin und Parteichef Hu Jintao zusammenkommen. China, der engste Verbündete des stalinistischen Nordkorea, befürwortet im Gegensatz zu Washington direkte Verhandlungen zwischen Nordkorea und den USA. Die US-Regierung setzt dagegen auf internationale Vermittlung, die die Führung in Pjöngjang jedoch ablehnt. Die Krise schwelt seit Oktober, als Nordkorea nach US-Angaben ein geheimes Plutoniumprogramm einräumte. Im Januar stieg das Land aus dem Atomwaffensperrvertrag aus.

Bereits am Samstag war Powell in Tokio mit dem japanischen Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi zusammengetroffen. Beide hätten ihre Sorge über die nordkoreanischen Aktivitäten ausgedrückt und eine enge Zusammenarbeit vereinbart, sagte ein Regierungsvertreter in Tokio. Am Dienstag wollte Powell zur Amtseinführung des neuen Präsidenten Roh Moo Hyun nach Südkorea weiterreisen. Gegenstand der Gespräche sollten auch die Vorbereitungen der USA auf einen Krieg gegen den Irak sein. (APA)

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