EU will künftig keine Klischee-Frauen mehr in der Werbung sehen

4. September 2008, 12:17
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Parlament für verbindliche Regeln gegen sexistische Botschaften im Fernsehen, will aber Richtlinien auch auf andere Medien ausgeweitet wissen

Brüssel - Die Hausfrau an Herd oder Waschmaschine soll nach dem Willen des Europa-Parlaments aus der Fernsehwerbung verschwinden. Mit großer Mehrheit forderten die Abgeordneten am Mittwoch in Brüssel ethisch oder rechtlich verbindliche Regeln für Reklamesendungen. Damit könnten Werbespots unterbunden werden, die diskriminierende oder entwürdigende Botschaften auf der Grundlage von Geschlechterklischees vermitteln oder zu Gewalt anstacheln, teilte die Parlamentsverwaltung zum Inhalt des Vorstoßes mit.

Unterbindung auf andere Medien ausweiten

Das Parlament wünscht zudem Aufklärungsaktionen und Bildungsprogramme, um gegen sexistische Beleidigungen und entwürdigende Bilder von Frauen und Männern in der Werbung und im Marketing vorzugehen. Klischeehafte Bilder oder Botschaften, die die menschliche Würde verletzen, sollen dem rechtlich nicht bindenden Beschluss zufolge auch aus Lehrbüchern, Videos, Computerspielen und dem Internet verbannt werden. Die Initiative zur Fernsehwerbung unterstützten 504 Abgeordnete bei 110 Gegenstimmen und 22 Enthaltungen. (APA/dpa)

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    Foto: APA/PERSILïPR

    Die klassische Hausfrau, die glückselig aus der Wäsche schaut, sobald die Kleidung fleckenfrei erstrahlt, ist aus der (Waschmittel)Werbung auch anno 2008 nicht verschwunden. Nur die Darstellung variiert mitunter: So stülpt z.B. ein Raumdufterzeuger einer weiblichen Giraffe die Rolle über.

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