Schweizer Strafverfahren gegen Gaddafi-Sohn eingestellt

3. September 2008, 16:40
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Angestellte zogen Anzeige wegen Körperverletzung und Bedrohung zurück - Fall löste Krise in den diplomatischen Beziehungen aus

Genf - Die Justizbehörden in Genf haben ein Strafverfahren gegen den Sohn und die Schwiegertochter des libyschen Staatschefs Muammar Gaddafi eingestellt. Generalstaatsanwalt Daniel Zappelli begründete dies am Mittwoch damit, dass zwei Angestellte des Ehepaars ihre Strafanzeige wegen Körperverletzung und Bedrohung zurückgezogen hätten.

Die beiden Angestellten, die dem Ehepaar Gaddafi Misshandlungen vorwarfen, haben inzwischen eine Jahresaufenthaltsbewilligung in der Schweiz und eine Entschädigung erhalten. Wer diese zahlte und wie hoch sie ist, ist bisher nicht bekannt.

Der Anwalt der beiden Angestellten versicherte nach Angaben des Generalstaatsanwalts, dass die Anzeigen aus freiem Willen zurückgezogen wurden und dass dies dem zuständigen Untersuchungsrichter bestätigt wurde. Bei dem ebenfalls geltend gemachten Vorwurf der Nötigung handelt es sich zwar um ein Offizialdelikt. Es gehe bei den behaupteten Straftaten aber um einen Sachverhalt, der als Ganzes zu betrachten sei, erklärte Zappelli.

Hannibal Gaddafi und seine Frau haben den Angaben zufolge die Kaution zurückerstattet bekommen, die sie bei der Haftentlassung in Genf geleistet haben. Es handelte sich nach Angaben des Rechtsvertreters der Beschuldigten um eine halbe Million Franken (310.600 Euro). Die beiden Beschuldigten waren am 15. Juli in einem Genfer Hotel verhaftet und zwei Tage später gegen Zahlung der Kaution wieder entlassen worden. Der Fall löste eine Krise in den diplomatischen Beziehungen zwischen Bern und Tripolis aus. Die libyschen Behörden nahmen vorübergehend zwei Schweizer unter dem Vorwurf fest, gegen Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen verstoßen zu haben. Sie konnten das Land bislang nicht wieder verlassen. (APA)

 

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