Filmwirtschaft will Raubkopierer persönlich warnen

3. September 2008, 15:54
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Im Durchschnitt tauchten Kopien knapp zwei Tage nach der Uraufführung im Internet auf

Die Filmwirtschaft sieht sich von Internetbetreibern in ihrem Kampf gegen Raubkopierer behindert. Der Chef der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU), Matthias Leonardy, sagte am Mittwoch in Berlin, die Provider seien aus Angst vor einem hohen Aufwand bei der Ermittlung möglicher Täter wenig hilfsbereit. Die GVU will die Internetanbieter dazu bringen, entdeckte Raubkopierer anzuschreiben und auf das Verbot hinzuweisen. Damit sollen viele Täter abgeschreckt werden, wie Erfahrungen aus England bestätigten.

Schaden

Die illegalen Filmkopien richten nach Angaben der Branche weiterhin einen großen Schaden an. Jedes Jahr entgingen Produzenten, Kinobetreibern oder DVD-Verleihern mehrere hindert Millionen Euro, sagte der Geschäftsführer der Zukunft Kino Marketing Gesellschaft, Jan Oesterlin. Mit der Kampagne "Raubkopierer sind Verbrecher", will die Wirtschaft die Täter vor den Konsequenzen ihres Handelns warnen.

Zwei Tage

Einer Studie der Gesellschaft zufolge war im ersten Halbjahr 2008 mehr als jeder zweite in deutschen Kinos gestartete Film illegal im Internet verfügbar. Im Durchschnitt tauchten die ersten Kopien knapp zwei Tage nach der Uraufführung im Internet auf. 2007 wurden die neuen Filme sogar schon vor dem offiziellen Start online angeboten. (Reuters)

 

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