Was wird aus Markus Rogan?

3. September 2008, 15:27
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Nach der verpassten Olympia-Medaille entdscheidet der Schwimm-Star Mitte Oktober über Karriere-Fortsetzung - Manager Leitgeb: "Wenn, dann nur auf Top-Niveau"

Wien - Österreichs Ausnahmeschwimmer Markus Rogan wird Mitte Oktober 2008 entscheiden, ob er seine Karriere fortsetzt oder beendet. Das sind laut Rogans Manager Ronald Leitgeb die mittlerweile einzigen Alternativen. Der bei Olympia ohne Medaille gebliebene Kurzbahn-Weltrekordler über 200 m Rücken wird in den kommenden Wochen die Gründe für sein Scheitern in Peking analysieren und dann entscheiden. Auch Hauptsponsor Raiffeisen zeigte dafür Verständnis und wartet ab.

Am Mittwoch hatte Leitgeb in Wien ein diesbezügliches Gespräch zum Thema Vertragsverlängerung und stieß dort bei Raiffeisen-Marketingchef Leodegar Pruschak auf großes Verständnis. Der 26-jährige Wiener Rogan ist beim Giebelkreuz-Unternehmen jene Werbe-Ikone im Sommer, die Skistar Hermann Maier im Winter ist. Pruschak erklärte sich laut Leitgeb bereit, mit allen Entscheidungen zu warten. "Wir sind einfach noch nicht so weit", erklärte der Manager von Rogan.

Der soeben vom nacholympischen Urlaub zurückgekehrte Schwimmer wird vielmehr die Tage zum austrainieren benützen und dann auf hohem Niveau analysieren, warum er seine großen Ziele vergangenen August in Peking nicht erreicht hat. Rogan hatte seit Athen 2004 davon gesprochen, in Peking Olympiasieger werden zu wollen. Neben zwei neunten Plätzen hatte der Österreicher dort aber über seine Spezialdistanz 200 m Rücken trotz österreichischem Rekord mit über einer halben Sekunden Rückstand auf Bronze nur Platz vier belegt und danach von der "größten Enttäuschung" seines Lebens sowie einer "perfekten Niederlage" gesprochen.

Fest steht derzeit aber nur, dass Rogan auf keinen Fall einfach nur weiterschwimmen und seine Karriere langsam ausklingen lassen wird, indem er z.B. die WM 2009 in Rom "mitnimmt". "Das macht keinen Sinn, das entspricht nicht seinem Leistungsanspruch. Herumplantschen, das ist nicht seine Liga", erklärte Leitgeb.

Laut dem früheren Coach und Manager von Tennis-Ass Thomas Muster sei nun in erster Linie zu klären, was zur aktuellen Situation geführt habe. "Wenn einer Weltrekord schwimmt, Weltmeister wird und bei Olympia seine beste Zeit schwimmt, kann man ja nicht von einer schlechten Vorbereitung sprechen. Man muss also klären, ob in der Vorbereitung, der Taktik oder bei den Aussagen Fehler passiert sind oder was sonst die Gründe für die Situation sind", sagte Leitgeb.

Die fundierte Analyse wird Rogan nicht nur mit seinen Trainern in Rom durchführen, auch US-Kontakte sollen angezapft werden und sportmedizinische Tests wird es ebenfalls geben. "Markus wird aber auch in sich gehen und versuchen zu spüren, was er noch in sich hat", so Leitgeb. Wenn der Rückenschwimmer aus Wien weitermache, dann nur auf oberstem Niveau, versicherte sein Manager. Ob dies künftig weiter in Rom oder gar wieder in den USA stattfinden könne, sei völlig offen. (APA)

 

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    Markus Rogan überlegt nach den Spielen von Peking gründlich.

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