Elsner tauscht Anwalt

3. September 2008, 19:03
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Nach dem Urteil zu neuneinhalb Jahren Haft gegen den ehemaligen Bawag-Chef wird Elmar Kresbach Nichtigkeits­beschwerde einlegen

Wien - Helmut Elsner, im Bawag-Verfahren nicht rechtskräftigerweise zu 9,5 Jahren Gefängnis verurteilt und nach wie vor in Untersuchungshaft, hat seinen Verteidiger ausgetauscht. Was Anfang August noch dementiert wurde, ist nun Gewissheit: Der Wiener Strafverteidiger Elmar Kresbach wird Wolfgang Schubert ersetzen, der den Ex-Bawag-Chef durch die Hauptverhandlung begleitet hat.

Kresbach, der bisher bereits für die juristischen Enthaftungsversuche Elsners zuständig war, wird Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung gegen das Urteil einbringen. Und: "Ich werde mich auch weiterhin um seine Enthaftung bemühen. Es ist nicht einsichtig, dass Elsner immer noch inhaftiert ist, während andere wie Johann Zwettler auch zu langjährigen - nicht rechtskräftigen - Haftstrafen verurteilt wurden, aber finanziell unbehelligt und völlig uneingeschränkt in Freiheit sind." Das Strafurteil gegen Elsner und die übrigen Angeklagten wurde am 4. Juli verkündet, derzeit arbeitet die Vorsitzende des Richtersenats, Claudia Bandion-Ortner, an der schriftlichen Ausfertigung. Das dürfte bis Jahresende dauern.

Schubert erklärt den Wechsel ("Er erfolgte in bestem Einvernehmen mit Herrn Elsner") mit "Kapazitätsgründen" seinerseits. Kresbach ("Der Wechsel ging vom Klienten aus") meint, dass es bei großen Verfahren "oft sehr gut ist, wenn man mit anderen Augen an die Sache herangeht, man wird sonst leicht betriebsblind". Dass er nun den riesigen Akt studieren muss, bekümmert ihn nicht: "Wir haben rund ein Jahr Zeit." (gra, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4.9.2008)

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    Helmut Elsner legt Berufung ein.

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