Plastikgeld im Vormarsch

3. September 2008, 13:55
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85 Prozent der Österreicher besitzen eine Zahlungskarte, das Potenzial nach oben ist noch sehr hoch

Wien - Eine Welt ohne Plastikgeld ist hierzulande kaum noch vorstellbar. Kredit-, Bankomat- oder Kundenkarten sind aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. "Zahlungskarten haben im täglichen Leben bereits einen irreversiblen Stellenwert gewonnen, besonders auf Reisen", fasste der Geschäftsführer der Paylife Bank GmbH, Peter Neubauer, heute, Mittwoch, vor Journalisten das Ergebnis einer aktuellen repräsentativen GfK-Umfrage zu diesem Thema zusammen.

85 Prozent der Österreicher zwischen 15 und 60 Jahren besitzen laut Umfrage eine Bankomat- oder Maestrokarte, 37 Prozent eine Kreditkarte.

Das stimme ziemlich gut mit den tatsächlichen Zahlen überein, so Neubauer. 4 Prozent besitzen weiters eine Kundenkarte mit Zahlungsfunktion. Hinter Bargeld, Auto und Internetzugang nimmt die Bankomatkarte - gleich auf mit Handy und noch vor Armbanduhr, Fernseher, Zeitungen oder MP3-Player - den vierten Platz unter den wichtigen Alltagsgegenständen ein. Auf Reisen zählt die Bankomat- und Kreditkarte - nach Bargeld - überhaupt zu den wichtigsten Dingen, die mitgenommen werden.

Nicht ohne meine Karte

Sollte es plötzlich keine Zahlungskarten mehr geben, würden dies besonders die Besitzer von Kreditkarten sehr bedauern, aber auch über 50-Jährige, Personen mit höherer Bildung und höherem Einkommen und regelmäßige Kartenbenutzer würden sie sehr vermissen. 91 Prozent der Österreicher verlassen das Haus praktisch nie ohne eine Zahlungskarte.

Das Potenzial für Zahlungskarten scheint noch sehr hoch zu sein: "Der Umstand, dass die Befragten die Einsatzmöglichkeiten der Karte überschätzen zeigt, wie groß das Potenzial noch ist. Es gibt praktisch keine Barriere beim Einsatz, keine Berührungsängste", so Neubauer. So würden 54 Prozent der Österreicher laut Umfrage die Bankomatkarte auch gerne als Reisedokument verwenden. "Das ist nicht vorstellbar, ein Personalausweis ist ein öffentliches Gut", so Neubauer. 35 Prozent können sich die Karte auch als Speicher für ihre Gesundheitsdaten vorstellen.

Das größte Wachstumspotenzial bei den Zahlungskarten liegt bei den Jugendlichen und Studenten. "Wer sich einmal entschieden hat, bleibt dabei, das korreliert stark mit der Bankverbindung", so Neubauer. Praktisch alle Kartenfirmen bieten deshalb ihre Zahlungskarten im ersten Jahr kostenlos an.

Keine Konkurrenz - auch längerfristig - geht laut Neubauer vom Bezahlen mit Handy aus. "Es gibt weltweit kein erfolgreiches Modell, nicht einmal in Japan". Dagegen werde kontaktloses Bezahlen ein Thema werden. Die Zahlungskarten würden damit "zum Handy rüberwachsen". Bis diese Technologie einsatzfähig sei, werde es aber noch dauern. Derzeit gebe es aber schon Pilotversuche im Ausland.

Ausbaufähig

Zu den "ausbaufähigen" Funktionen der Zahlungskarten zählt Neubauer vor allem den Bereich E-Commerce (Einkaufen im Internet) sowie die Sicherheitsfunktionen beim Electronic Banking und der Identifikation mittels Secure-Code.

PayLife steht im Eigentum der österreichischen Kreditwirtschaft und serviciert über 106.600 Vertragspartner und 8,4 Millionen Zahlungskarten, davon 7,2 Mio. Bankomatkarten, 1,1 Mio. Kreditkarten und 400.000 Quick Wertkarten. Im ersten Halbjahr 2008 stiegen die bargeldlosen Umsätze mit diesen Karten um 12,2 Prozent auf 8,2 Mrd. Euro. Die Zahl der Transaktionen stieg um knapp 8 Prozent, am stärksten mit Kreditkarten (+10,7 Prozent). Dagegen waren Umsätze und Transaktionen mit Quick rückläufig. 1,6 Millionen Bankomatkarten werden auch als Kundenkarten benutzt - hauptsächlich bei den Handelsketten Rewe (Billa, Bipa, Friends of Merkur), Vienna City Bike und Betten Reiter. (APA)

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    Eine Welt ohne Plastikgeld ist auch hierzulande kaum noch vorstellbar.

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