Scheidung lohnt sich in Italien

3. September 2008, 13:53
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Nach einer Scheidung kann ein Ehepartner eine eventuelle Zweitwohnung zur ersten ernennen und damit im Jahr bis zu 1.500 Euro sparen

Rom - Im katholischen Italien lohnt seit neuestem eine Scheidung: Anders als in anderen Ländern, wo manche Paare nur wegen Steuervergünstigungen vor den Traualtar treten, schlägt die internationale Wirtschaftskrise auf der Apennin-Halbinsel ins Gegenteil um. Insbesondere die erst kürzlich von Ministerpräsident Silvio Berlusconi eingeführte Streichung der Eigentumssteuern auf die Erstwohnung, kurz "ICI", machten eine legale Trennung zum lohnenden Geschäft, berichtete die Zeitung "La Repubblica" am Mittwoch.

Grund: Nach der offiziellen Scheidung kann ein Ehepartner eine eventuelle Zweitwohnung zur ersten ernennen und damit im Jahr zwischen 800 und 1.500 Euro sparen. Weitere Vergünstigungen gebe es außerdem bei Strom, Gas und Schulgebühren, falls das "getrennte" Paar Kinder hat. Als Resultat der finanziellen Vergünstigungen täuschten mittlerweile fünf Prozent der jährlich etwa 50.000 Paare, die sich in Italien scheiden lassen, ihre Trennung nur vor, hieß es. Der Trend sei "einer Woody-Allen-Komödie würdig", kommentierte das Blatt. (APA/dpa)

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    foto: standard/matthias cremer
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