Google-Browser stößt auf große Resonanz

3. September 2008, 13:49
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Mit großer Neugier hat sich die Internet-Welt am Mittwoch auf den neuen Google-Browser Chrome gestürzt

Mit großer Neugier hat sich die Internet-Welt am Mittwoch auf den neuen Google-Browser Chrome gestürzt. Am ersten Tag ihrer Bereitstellung wurde die neue Software weit mehr als eine Million Mal heruntergeladen, wie bei Google zu hören war. "Wir bekommen ein gewaltiges Feedback und erhalten tausende von Mails", sagte ein Google-Mitarbeiter.

Das noch nicht fertig entwickelte Programm steht bislang nur für Windows XP und Vista zur Verfügung. Wer mit einem Mac die Download-Seite aufruft, wird auf einen späteren Zeitpunkt vertröstet und aufgefordert, sich per E-Mail benachrichtigen zu lassen.

"Was wir wollen ist ein facettenreiches und dynamisches Ökosystem"

Chrome war auch das Thema Nummer eins bei allen mit Computertechnik befassten Blogs. Die internationale Blogger-Plattform technorati.com zählte am Mittwoch rund 20.000 Blog-Einträge für Google Chrome, darunter auch mehr als 1.000 auf Deutsch.

In ersten Test wurde dem Browser eine hohe Leistung bei der Darstellung von Webseiten mit interaktiven JavaScript-Anwendungen bescheinigt, zugleich aber auch auf Mängel wie einen hohen Ressourcenverbrauch bei Webseiten mit Flash hingewiesen. Chrome soll nach Angaben von Google zu einer neuen Plattform für Web-Anwendungen werden. In diesem Bereich steht der Marktführer für Online-Werbung in Wettbewerb mit Software-Marktführer Microsoft. "Was wir wollen ist ein facettenreiches und dynamisches Ökosystem", sagte Google-Mitgründer Sergey Brin. "Wir wollen mehrere Browser, die brauchbare und substanzielle Angebote sind.»

Kursanstieg für Google an der Wall Street

Die Wall Street begrüßte die Einführung des neuen Browsers. Die Google-Aktie stieg am Dienstag um 1,96 Dollar auf 465,25. Hingegen verlor das Papier von Microsoft 19 Cent auf 27,10 Dollar.

Bislang hat der Internet Explorer von Microsoft einen Marktanteil von etwa 75 Prozent auf dem Browser-Markt, steht aber unter wachsendem Druck der Open-Source-Alternative Firefox, die bislang unter anderem auch von Google gefördert wurde. Geringere Anteile haben der Browser Opera, entwickelt von der gleichnamigen Firma in Norwegen, und der Apple-Browser Safari.

Im Netz

Google hat schon vor einigen Jahren damit begonnen, die Popularität seiner Suchmaschine zu nutzen, um mit der Entwicklung von Internet-Anwendungen in Konkurrenz zu Microsoft zu treten. Dies reicht bis zum Angebot eigener Office-Anwendungen wie Textverarbeitung und Tabellenkalkulation. Der Versuch von Microsoft, seine Stellung auf dem Markt der Internet-Suche mit einer Übernahme von Yahoo zu verstärken, ist in diesem Jahr zunächst gescheitert.

 

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