IG Metall berät über Tarifforderungen

3. September 2008, 12:54
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Bis zu acht Prozent im Gespräch - Arbeitgeber warnen vor überzogenen Erwartungen

Düsseldorf  - Die IG Metall stellt die Weichen für die deutsche Tarifrunde 2008. In Sprockhövel bei Wuppertal trat am Mittwoch die Tarifkommission der IG Metall Nordrhein-Westfalen zusammen, um über die Höhe der Lohnforderungen bei den anstehenden Tarifverhandlungen zu beraten. Die Forderungsempfehlung des Gremiums werde voraussichtlich am frühen Nachmittag bekanntgegeben, sagte ein Gewerkschaftssprecher der AP.

Parallel werde auch in anderen Tarifgebieten über die Höhe der Lohnforderungen für die rund 3,6 Mio. Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Deutschland beraten, sagte der Sprecher. Im Gespräch sind derzeit Lohnforderungen bis zu acht Prozent. Das wäre die höchste Empfehlung seit 1992. Die endgültige Forderung soll am 23. September bekanntgegeben werden.

Inflationsausgleich

Kurz vor Bekanntgabe der Tarifempfehlung der IG Metall hatten die Arbeitgeber noch einmal vor überzogenen Lohnforderungen gewarnt. Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser sagte der "Bild"-Zeitung, ein Tarifabschluss über der Inflationsrate von drei Prozent werde schwierig. "Es kann nicht automatisch einen vollen Inflationsausgleich geben."

In den vergangenen Jahren seien die Löhne in der Metall- und Elektroindustrie immer so stark gestiegen, dass den Beschäftigten auch nach Abzug der Teuerung unterm Strich etwas übrig geblieben sei. "Das wird dieses Mal aber schwieriger", sagte Kannegiesser. Der starke Anstieg der Rohstoff- und Energiepreise belaste die Unternehmen.

Wachstum bremst sich ein

Eine Forderung nach acht Prozent mehr Lohn sei unpassend. Das Wachstum in der Metall- und Elektroindustrie werde sich 2009 im besten Fall auf 2,5 Prozent halbieren, "wahrscheinlich aber eher auf Null gehen".

Der Vorstand der IG Metall will am 8. September die derzeit laufenden Diskussionen auf Bezirksebene in einer Forderungsempfehlung zusammenfassen, bevor am 23. September dann die endgültige Forderung bekanntgegeben wird.

Die Gewerkschaft verteidigte unterdessen nochmals ihre Forderung nach deutlichen Lohnzuwächsen. "Der Aufschwung ist nahezu spurlos an den Beschäftigten vorbei gezogen", schrieb IG-Metall-Vorstandsmitglied Helga Schwitzer in der "Frankfurter Rundschau". Trotz erfolgreicher Tarifabschlüsse gelte dies auch für die Metall- und Elektroindustrie. Dort seien die Tariflöhne im vorigen Jahr um 3,9 Prozent gestiegen, die tatsächlich gezahlten Bruttolöhne dagegen nur um 1,8 Prozent. Viele Betriebe hätten übertarifliche Leistungen abgebaut. (APA/AP)

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