Drei neue österreichische Fälle

3. September 2008, 11:26
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NADA gab Namen und Sportarten vorerst nicht bekannt - Zuständigkeit bei Pumper, Hütthaler wird nach wie vor geprüft

Wien - Die Nationale Anti-Doping-Agentur NADA Austria hat am Mittwoch drei neue österreichische Dopingfälle bestätigt. Namen und Sportarten der Betroffenen wurden nicht bekanntgegeben. "Es wurden drei Verstöße gegen Anti-Doping-Bestimmungen gemeldet, die nach dem 1. Juli angefallen sind", erläuterte Gernot Schaar, Vorsitzender der NADA-Rechtskommission, die nun mit "Prüfanträgen" beschäftigt ist.

Ob die NADA die Verhandlung der Fälle Susanne Pumper und Lisa Hütthaler übernehmen wird, sei noch nicht geklärt. Die Rechtskommission werde nach Prüfung der Unterlagen eine Anhörung abhalten und dann "in den nächsten paar Wochen" über etwaige Disziplinarmaßnahmen entscheiden. Bis Ende Juni lag die Zuständigkeit in Doping-Angelegenheiten beim jeweiligen Fachverband, ab 1. Juli ist die neugründete NADA verantwortlich. Bis vor kurzem waren die zuständigen Stellen noch davon ausgegangen, dass zurückliegende Dopingfälle nach altem Muster zu Ende verhandelt werden. Die Rechtsmeinung diesbezüglich hat sich offenbar geändert.

Der Leichtathletik-Verband war über fünf Monaten nach Abgabe der positiven A-Probe von Langstreckenläuferin Pumper am 9. März ebenso zu keinem Urteil gelangt, wie der österreichische Triathlon-Verband (ÖTRV) in der Causa Hütthaler, die im Mai positiv auf EPO getestet worden war. Der "nicht wirklich dünne" Akt Pumper, in dem "fleißig mit Gutachten" gearbeitet werde, liegt der Kommission bereits vor.

"Wenn wir zu dem Schluss kommen, dass wir zuständig sind, werden wir rasch verhandeln und dann eine Entscheidung finden", so Schaar. Hütthaler ist aktuell neben dem positiven Doping-Test auch mit einer Anzeigen wegen eines mutmaßlichen Bestechungsversuches einer Mitarbeiterin im Dopinganalyse-Labor Seibersdorf konfrontiert. Ob Anklage erhoben wird, stand laut Informationen der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt von Montag noch nicht fest. Die Unterlagen im Fall Hütthaler liegen der NADA noch nicht vor, der ÖTRV hat noch bis Freitag Zeit, diese zu übermitteln.

Die drei neuen Fälle betreffen "Einzelsportler", die Athleten seien bereits informiert worden. Die Namen der mutmaßlichen Dopingsünder werden laut Schaar von der NADA nach Analyse der B-Probe veröffentlicht. (APA)

 

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