Googles Geheimwaffe soll Windows und Co. ersetzen

4. September 2008, 08:12
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"Chrome" hätte 2001 entwickelt werden können, aber CEO Schmidt legte sein Veto ein - "Ich glaubte nicht, dass das Unternehmen stark genug war um einen Browser-Kampf zu bestehen"

Es ist das Tor zur Wolke, wie Google es malerisch umschreibt. Der erste eigene Webbrowser Chrome ist für den weltgrößten Suchmaschinenbetreiber die lange vorbereitete und zukunftsweisende Schnittstelle zum Personal Computer und vom PC zur Domäne des IT-Giganten. Die Verknüpfung der  über eine Dekade gesammelten Expertise im Bereich des World Wide Webs und einer Anwender-Software könnte für den größten Aufschwung in der Internet-Nutzung sorgen, seit Microsofts Internet-Explorer den einst führenden Netscape-Browser vom Markt verdrängte. 

Nein

Dass es solange dauerte, bis Google den Angriff auf Microsofts Vorherrschaft setzte, dürfte dennoch überraschen. Was so nahe liegend erscheint, bedurfte jedoch einiges an Zeit und Vorbereitung, um nicht in den Wirren des Browser-Kampfes unterzugehen. "The browser matters", zitiert das Wired Magazine CEO Eric Schmidt. Als er 2001 von den Gründern Larry Page und Sergey Brin als Unternehmenschef aquiriert wurde, waren die beiden Schnellstarter bereits begierig einen Browser zu entwickeln. "Ich sagte nein", erinnert sich Schmidt.

Es war einfach nicht die richtige Zeit. "Ich glaubte nicht, dass das Unternehmen stark genug war um einen Browser-Kampf zu bestehen".

Anfang

Der Startschuss für das Projekt erfolgte dann rund vor zwei Jahren, nachdem bereits 2004 ein durchgesickerter Strategieplan die Absichten des Konzerns in einem New York Times-Artikel vorwegnahm und Schmidt die Gerüchte öffentlich verneinen musste. Im Oktober 2006 wurde schließlich der Beschluss gefasst und unter den Entwicklern brach Euphorie und Nervosität zugleich aus. Grund dafür war die Aussicht auf ein Mammutprojekt und die Angst davor dem von Google unterstützten Open-Source-Browser Firefox in die Quere zu kommen.

Nebeneinander

Die ehemalige Mozillas Chefin Mitchell Baker wurde im Rahmen der Zusammenarbeit zumindest teilweise in die Pläne eingeweiht. Heute sieht sie Googles Initiative auch positiv. Es sei wichtig eine Wahl zu haben und "Wettbewerb holt das Beste aus uns raus". "Wenn Google mit einigen guten Ideen aufwartet, ist das wirklich großartig für die Nutzer", aber "wir erwarten, dass die Leute es ausprobieren und dann wieder zurückkommen werden", so Baker gegenüber Wired.

Offen

Googles setzte beim Entwurf für Chrome auf folgende Aspekte: Geschwindigkeit, Stabilität und Offenheit. Letztere soll wie auch beim Firefox die Grundlage für den Erfolg bilden. Der Code des WebKit-basierten Browsers soll öffentlich zur Verfügung gestellt werden und "Menschen ermöglichen Dinge zu tun, die wir uns bisher nicht vorstellen konnten. Und es wird das Vertrauen erzeugen, dass wir nicht etwas Böses machen." (zw)

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