Tupfer vergessen zu entfernen: Grazer Brustkrebs-Spezialist vor Gericht

3. September 2008, 09:48
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Brustkrebs-Experte spricht von Rufmord - Anklage bezieht sich auf zwölf Patientinnen

Graz - Ein Grazer Brustkrebs-Experte musste sich am Mittwoch vor Gericht verantworten. Dem Spezialisten wird vorgeworfen, bei der Behandlung von Patientinnen Fehler gemacht zu haben. Die Anklage bezieht sich auf zwölf Fälle und lautet auf fahrlässige Körperverletzung unter besonders gefährlichen Verhältnissen und Beweismittelfälschung. Der Arzt hat von Anfang an alle Vorwürfe bestritten.

Vergessene Tupfer

Auslöser für die Untersuchungen gegen den Arzt waren zwei Tupfer die bei einer Operation in der Brust vergessen wurden. Damals verhängte das LKH ein Operationsverbot über den Chirurgen und leitete weitere Maßnahmen ein, um die Vorfälle aufzuklären. Dann begann man, die Patientinnen des betroffenen Arztes zu kontaktieren, um eventuellen weiteren Behandlungsfehlern auf die Spur zu kommen.

Von den ursprünglich über 1.000 Fällen, die das Krankenhaus untersucht hatte, wurden zunächst 16 an die Staatsanwaltschaft weiter geleitet. Die Anklage bezieht sich nun auf zwölf Patientinnen. Neben Behandlungsfehlern wird dem Arzt auch vorgeworfen, Beweismittel
gefälscht zu haben.

Pläne für ein eigenes Brustkrebszentrum

Der Beschuldigte hatte von Anfang an erklärt, alle Vorwürfe seien falsch. Den Grund für den "Rufmord", so der Arzt, sieht er unter anderem in seinen Plänen für ein eigenes Brustkrebszentrum, in dem Frauen die gesamte Behandlung erfahren könnten, ohne zu den
verschieden Ärzten und Kliniken zu müssen. Derzeit wird in der Steiermark an 23 Krankenhäusern behandelt. (APA)

 

 

 

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