Pilz, Rossmann und Öllinger rittern um Bundesmandat - Sburny optimistisch

3. September 2008, 09:11
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Grüner Bundeskongress mit Listen-Gerangel - Bundesgeschäftsführerin: Einzug aller drei Männer in Nationalrat möglich

Wien - Der Grüne Bundeskongress kommenden Sonntag in Graz könnte für so manchen "alten Hasen" der Partei zum Schicksalstag werden. Die Zusammenstellung der Bundesliste, die bei den Grünen traditionell basisdemokratisch abgestimmt wird, steht auf dem Programm. Dabei rittern drei Abgeordnete um die aussichtsreichsten Plätze, um wieder ins Parlament einziehen zu können: Sicherheitssprecher Peter Pilz, Sozialsprecher Karl Öllinger und Budgetsprecher Bruno Rossmann. Pilz hat bereits angekündigt, seine politische Karriere beenden zu wollen, sollte er nicht auf dem vierten Platz gereiht werden.

Bundesgeschäftsführerin Michaela Sburny gab sich am Dienstag optimistisch, dass es "alle drei Männer schaffen" könnten. Das wäre - zumindest theoretisch - auch möglich. Reale Aussichten auf den Einzug in das Parlament haben auf der Bundesliste die ersten fünf bis sechs Plätze. Hinzu kommt, dass manche Kandidaten der Bundesliste auch auf einer Landesliste antreten und über diese in den Nationalrat einziehen können. Deren Platz auf der Bundesliste würde somit für den Nächstgereihten frei. Bei den Grünen gilt übrigens außerdem das Reißverschlusssystem, wonach auf einen männlichen Kandidaten immer eine weibliche Kandidatin folgen muss bzw. umgekehrt.

Pilz und Rossmann auf keiner Landesliste

Sollte Öllinger bei der Abstimmung um Platz vier und sechs scheitern, bleibt ihm also auf jeden Fall noch die Hoffnung, über die Wiener Landesliste in den Nationalrat einzuziehen. Allerdings ist diese Chance eher gering. Öllinger wurde in der Bundeshauptstadt nur auf Platz sechs gereiht, sein Wiedereinzug in den Nationalrat wäre nur bei Zugewinnen in Wien möglich, welche derzeit eher als unwahrscheinlich gelten. Pilz und Rossmann treten auf keiner Landesliste an.

Konkret sieht die Situation der Bundesliste laut Sburny folgendermaßen aus: Parteichef Alexander Van der Bellen auf Platz Eins, Grünen-Vize Eva Glawischnig auf Platz Zwei, für Platz Drei haben die Soziologin Beatrice Achaleke und die Wiener Gemeinderätin Alev Korun ihre Kandidatur angekündigt. Um Platz Vier buhlen, wie erwähnt, Pilz, Öllinger und Rossmann. Für Platz Fünf hat sich Sburny selbst angemeldet, ob es Gegenkandidaten gebe, weiß sie nach eigenen Angaben noch nicht. Platz sechs steht voraussichtlich ebenfalls im Zeichen einer Kampfabstimmung zwischen den übrig gebliebenen von Platz Vier. Für Platz Sieben hat bereits Helene Jarmer, Präsidentin des Gehörlosenbunds, ihre Kandidatur angekündigt.

Bundeskongress in Graz

Der Bundeskongress beginnt am Sonntag um 8:30 in der Seifenfabrik in Graz. Nach der Begrüßung durch Sburny stehen am Vormittag die Hearings und Wahlen der Kandidaten für die Listenplätze Eins bis Sechs auf dem Programm. Am Nachmittag wird über die Plätze Sieben bis Fünfzehn abgestimmt, dann stehen Anträge auf der Tagesordnung. Gegen 16:00 wird das Treffen voraussichtlich beendet sein. (APA)

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