Diplomatische Eiszeit nach US-Angriff auf Grenzdorf

4. September 2008, 13:05
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Regierung protestiert bei US-Botschafterin gegen Tod von 20 Menschen, darunter auch Zivilisten - Außenminister: "Wir werden keine Verletzung unserer Souveränität hinnehmen."

Islamabad - Ein Angriff von US-Einheiten auf ein Dorf im Nordwesten Pakistans hat in der Regierung in Islamabad für Verärgerung gesorgt. Der Vorfall sei eine schwere Verletzung der mit den US-Truppen im Nachbarland Afghanistan vereinbarten Verhaltensregeln, sagte Pakistans Außenminister Shah Memood Qureshi am Donnerstag im Parlament. "Wir werden keine Verletzung unserer Souveränität hinnehmen." Qureshis Vorgänger Shamshad Ahmad Khan warnte vor "irreparablen Schäden für die langfristigen Beziehungen", falls es zu weiteren Vorfällen dieser Art komme.

Erster Angriff auf pakistanischem Gebiet

US-Kampfhubschrauber und Bodentruppen hatten am Mittwoch vor Tagesanbruch das Dorf Angor Adda an der Grenze zu Afghanistan angegriffen. Dabei wurden nach Behördenangaben 20 Menschen getötet, darunter auch Frauen und Kinder. Es war der erste bekannte Angriff von US-Truppen auf ein Ziel in Pakistan seit dem Beginn des Afghanistan-Kriegs 2001. Im von den USA ausgerufenen Krieg gegen den Terrorismus ist Pakisten ein enger Verbündeter.

Die US-Regierung hat sich zu dem Vorfall noch nicht geäußert. Es besteht jedoch kaum ein Zweifel, dass es sich bei den Angreifern um US-Truppen handelte. Die USA vermuten, dass sich Al-Qaida- und Taliban-Kämpfer in der Grenzregion aufhalten. Die Nato-geführten Isaf-Truppen in Afghanistan war nach eigenen Angaben nicht an der Aktion beteiligt. (APA)

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