9,72 - Powell schrammt an Weltrekord vorbei

3. September 2008, 00:27
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Jamaikaner in Lausanne über 100 m nur drei Hundertstel hinter Bestmarke von Bolt, der über 200 m mit lockerer Topzeit beeindruckte

Leichtathletik -  Usain Bolt und Asafa Powell haben am Dienstagabend beim Super-Grand-Prix-Meeting Athletissima der Leichtathleten in Lausanne eine Vorstellung der Sonderklasse gegeben. Bolt trabte über 200 m locker in 19,63 Sekunden ins Ziel, der viertbesten Marke aller Zeiten. Powell verfehlte über 100 m in 9,72 Sekunden den Weltrekord Bolts nur um 3/100 und schaffte die zweitbeste je gelaufene Zeit.

Bolt leistete sich erneut den Spaß, nicht voll durchzuziehen, markierte die Top-Zeit trotz eines Gegenwinds von 0,9 m/s. Bei besseren Verhältnissen und vollem Lauf wäre der 22-Jährige wohl an seinen bei Olympia in Peking fixierten Weltrekord von 19,30 nahe herangekommen. "Ich lief gegen Ende nicht am Maximum, weil die Saison zu Ende geht", meinte Bolt. "Es ist wichtiger, die Rennen zu gewinnen, als eine gute Zeit zu laufen."

Powell trat erstmals in dieser Saison befreit auf, nachdem er zuerst durch den Verlust des Weltrekords und anschließend durch den enttäuschenden fünften Platz in Peking in den Schatten von Bolt gedrängt worden war. Trotz bloß minimaler Windunterstützung von 0,2 m/s schaffte er eine persönliche Bestzeit. Powell: "Nach all meinen Problemen in diesem Jahr bin ich zufrieden. Es ist großartig, einen persönlichen Rekord zu erzielen."

Für Hürdensprint-Olympiasieger Dayron Robles setzte es überraschend die zweite Niederlage in dieser Saison. Der kubanische Weltrekordhalter musste sich in 13,17 Sekunden dem Olympia-Dritten David Oliver aus den USA geschlagen geben, der ihm schon am vergangenen Freitag bei "Weltklasse" Zürich bis auf eine Hundertstel nahe gekommen war. Robles hatte  bis zur drittletzten Hürde klar geführt.

Im 400-m-Rennen gelang Olympiasieger LaShawn Merritt ein würdiger Saisonabschluss. Der US-Amerikaner blieb in 43,98 zum zweiten Mal in diesem Jahr unter der 44-Sekunden- Marke und verwies Hürden-Olmypiasieger Angelo Taylor (44,38) deutlich auf Rang 2. Merritts großer Rivale und Landsmann Jeremy Wariner war nicht am Start.

Von insgesamt elf in ihren Spezialdisziplinen gestarteten Olympiasiegern waren in dem mit 14.300 Zuschauern ausverkauften Stadion nur fünf erfolgreich: Bolt (200 m), Merritt (400 m), der Russe Andrej Silnow (Hochsprung), die Jamaikanerin Shelly-Ann Fraser (100 m) und deren Landsfrau Melaine Walker über 400 m Hürden. Einen weiteren jamaikanischen Sieg gab es durch Delloreen Ennis-London in 12,60 Sekunden über 100 m Hürden.

ERGEBNISSE:

Herren

100 m: 1. Asafa Powell (JAM) 9,72 Sekunden (+ 0,2 m/s) - 2. Walter Dix (USA) 9,92 - 3. Nesta Carter (JAM) 9,98

200 m: 1. Usain Bolt (JAM) 19,63 Sekunden (-0,9 m/s) - 2. Churandy Martina (AHO) 20,24 - 2. Wallace Spearmon (USA) 20,5

110 m Hürden: 1. David Oliver (USA) 13,02 (- 0,4 m/s) - 2. Dayron Robles (CUB) 13,17 - 3. Richard Phillips (JAM) 13,45

400 m: 1. LaShawn Merritt (USA) 43,98 - 2. Angelo Taylor (USA) 44,38 - 3. Gary Kikaya (CGO) 45,01

800 m: 1. Asbel Kipruto Kiprop (KEN) 1:44,71 Minuten - 2- Alfred Kirwa (KEN) 1:44,77 - 3. Abraham Chpkirwok (UGA) 1:45,00

1.500 m: 1. Maryam Yusuf Jamal (BAH) 3:59,84 Minuten - 2. Shannon Rowbury (USA) 4:01,97 - 3. Lisa Dobriskey (GBR) 4:05,18

3.000 m: 1. Tolossa Chengere (ETH) 7:52,28

Hochsprung: 1. Andrej Silnow (RUS) 2,35 m

Dreisprung: 1. Jadel Gregorio (BRA) 17,30 m

Stabhochsprung: 1. Jewgenij Lukjanenko (RUS) 5,75 m

Damen:

100 m: 1. Shelly-Ann Fraser (JAM) 11,03 Sekunden (+ 0,2 m/s) - 2. Kerron Stewart (JAM) 11,06 - 3. Marshevet Hooker (USA) 11,09

100 m Hürden: 1. Delloreen Ennis-London (JAM) 12,60 (- 0,6 m/s) - 2. Dawn Harper (USA) 12,63 - 3. Josephine Onyia (ESP) 12,65

400 m: 1. Novlene Williams (JAM) 50,33 - 2. Shericka Williams (JAM) 50,47

400 m Hürden: 1. Melaine Walker (JAM) 53,73 Sekunden

800 m: Janeth Jipkosgei (KEN) 1:58,15 Minuten

1.500 m: Maryam Yusuf Jamal (BAR) 3:59,84

Weitsprung: 1. Naide Gomes (POR) 6,77 m - 2. Tatjana Lebedewa (RUS) 6,64 - 3. Grace Upshaw (USA) 6,63

Speerwurf: 1. Maria Abakumowa (RUS) 66,09 m - 2. Steffi Nerius (GER) 64,47

 

 

 

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