Trotz Rezession keine Panik in der japanischen Wirtschaft

2. September 2008, 22:34
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Japaner reagieren gelassen auf das Personalkarussell an der Regierungsspitze

Tokio - Trotz der schlechten Wirtschaftsprognosen reagierten die Japaner gelassen auf das Personalkarussell an der Regierungsspitze: „Die Nachricht selbst wird nur einen kleinen Einfluss auf die Aktienpreise haben", glaubt Shinichi Ichikawa, Aktienmarktstratege der Credit Suisse. Schließlich hat das Land seit dem Ende des zweiten Weltkriegs 27 Ministerpräsidenten zerschlissen. Viele waren nur kurz im Amt, ohne dass dies das Wirtschaftswunder verhindert hätte.


Denn, sagt Kenichi Kawasaki, ehemaliger Volkswirt des Kabinettamts: „Die Wirtschaftspolitik wird von Bürokraten gemacht." Noch können Kawasakis frühere Kollegen gelassen auf Japans Lage blicken. Die Exporte und der Konsum sinken zwar und die Inflationsrate ist im Juli mit 2,3 Prozent stark gestiegen und das Bruttoinlandsprodukt abgesackt. Das Land soll sich in seiner ersten Rezession nach sechs Jahren Aufschwung befinden, aber - so der Tenor - sie wird nur schwach sein.


Grund für den Optimismus ist die Gesundheit der Unternehmen. Nachdem viele Konzerne um die Jahrtausendwende am Abgrund waren, haben sie sich schlank gespart und üben sich in strikter Produktions- und Kostenkontrolle. Bis zum vorigen Jahren fuhren sie Rekordgewinne ein. Daher können sie jetzt anders als in den Wirtschaftskrisen der Vergangenheit Krisen besser abfedern. (mako/DER STANDARD-Printausgabe, 3. September 2008)

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