Eine stolze Oma in Nebraska

2. September 2008, 19:08
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Neva Dinova gastieren mit ihren erweiterten Americana-Deutungen im Wiener WUK

Nach Bruce Springsteens kargem Meisterwerk "Nebraska", das die Zuwanderquoten in diesen US-Bundesstaat wohl eher nicht erhöht hat, war selbiger Bundesstaat als Popzulieferer wieder in Vergessenheit geraten. Seit jedoch ein gewisser Conor Oberst von eben dort aus mit seinem Label Saddle Creek eine kleinere Welteroberung startete, ist dieser Flecken mitten im "Heartland" der USA auch popmusikalisch wieder "on the map". Eine Band aus dem Saddle-Creek-Stall, der für seine erweiterte Deutung des Genres Americana und Bands wie die Bright Eyes oder Now It's Overhead bekannt geworden ist, gastiert kommenden Montag im Wiener WUK: Die noch weniger bekannten Neva Dinova.

Der Fünfer, benannt nach der Oma des Sängers, beleuchtet in seinen meist im Midtempo angesiedelten Songs eher schattseitige Themen und breitet diese gern in zähen "Walls of Sound" aus, was ihrer Wirkung nicht schlecht ansteht. Aktuell betourt man das unlängst erschienene Album "You May Already Be Dreaming". Darauf streut man zwischen den wuchtigeren Songs auch immer wieder ein paar kerzengerade Country-Rocker ein, zu denen dennoch eher ins Bier geweint als der Rodeo-Bulle geritten wird. Live dürfte das durchaus ein bisserl zünftig werden. Empfehlung! (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3. 9. 2008)

>> 8. 9. WUK. 1090 Wien, Währinger Straße 59. (01) 40 212-0. 20.00

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    foto: saddle creek
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