Deutsche Börse kommt unter Druck

2. September 2008, 18:58
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Hedgefonds wollen mit vereinten Kräften ihre Interessen durchsetzen

Frankfurt - Die beiden an der Deutschen Börse beteiligten Hedgefonds TCI (The Children's Investment Fund) und Atticus wollen künftig mit vereinten Kräften ihre Interessen durchsetzen. Geprüft würden alle Optionen, um Nutzen für die Aktionäre zu bringen. Dies könnte auch Veränderungen im Aufsichtsrat der Börse mit sich bringen.

Die beiden Hedgefonds halten den Angaben zufolge gemeinsam 19 Prozent der Stimmrechte der Deutschen Börse und behalten sich vor, ihren Anteil weiter aufzustocken oder zu verringern.

Vor allem der Kursverfall der Börse-Aktien seit Jahresbeginn von rund 50 Prozent und die langsamer wachsenden Handelsumsätze dürften die aggressiven Investoren in die Offensive treiben, denn die Finanzmarktkrise setzt auch sie gehörig unter Druck. Wegen Kursverlusten bei Finanzwerten soll allein Atticus Capital in diesem Jahr Kreisen zufolge mehr als fünf Milliarden Dollar verloren haben.

Kein Kommentar

Die Deutsche Börse wollte das Verhalten einzelner Aktionäre nicht kommentieren. In der Vergangenheit hatte es bereits heftige Auseinandersetzungen zwischen TCI und der Deutschen Börse gegeben. Der Hedgefonds war etwa gegen die Fusionspläne mit der Londoner Börse LSE. Im Zuge des Konflikts musste der damalige Börsenchef Werner Seifert abtreten. Die Fusion kam nicht zustande. Die Börse reicht seitdem einen Großteil ihrer Gewinne an die Aktionäre weiter, um sie bei Laune zu halten.

Am Aktienmarkt sorgte die Mitteilung der Großaktionäre für ein Kursfeuerwerk. Die Papiere der Deutschen Börse legten um mehr als sechs Prozent auf 68,25 Euro zu. TCI und Atticus werden nach Einschätzung von Equinet-Analyst Christian Muschick gemeinsam auf weitere Ausschüttungen dringen. Der wahrscheinlichste Schritt in diese Richtung für die Börse sei ein Verkauf der Abwicklungstochter Clearstream. (Reuters, DER STANDARD, Printausgabe, 3.9.2008)

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