Hurrikan macht Bananen teuer

2. September 2008, 17:47
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Jamaika verliert wegen dem Hurrikan "Gustav" einen Großteil der Ernte. Die Exporte nach Europa werden knapp

Wien - Die karibische Bananenindustrie wird schwer gebeutelt. Vor exakt einem Jahr zerstörte der Hurrikan "Dean" die gesamte Bananenernte der karibischen Inseln. Jetzt hat auch der Wirbelsturm "Gustav" ein Spur der Verwüstung auf den Plantagen hinterlassen. In Jamaika ist der Großteil der Ernte vernichtet. Manche Plantagen haben bis zu 80 Prozent ihrer Stauden verloren. Und das schlägt auch auf den europäischen Markt durch.

Jamaika deckt 20 bis 30 Prozent des europäischen Bananenbedarfs. Es geht dabei um Mengen von gut 150.000 Tonnen im Jahr. Fällt Jamaika als Lieferant aus, steigen die Preise, sagt Florian Vrenezi, der bei Ahorner, dem größten Obstimporteur Österreichs, für den Bananeneinkauf verantwortlich ist, im Gespräch mit dem Standard. Er rechnet mit Erhöhungen von etwa einem Euro je Box à 18 Kilogramm. Bis Ecuador und Costa Rica, die gemeinsam 40 Prozent der Bananenmengen der EU stellen, die fehlenden Mengen kompensieren, seien drei bis vier Wochen nötig. So lange braucht es, bis die Container per Schiff Antwerpen, Amsterdam, Hamburg, Bremerhaven erreichen.

Ahorner selbst fahren wöchentlich im Schnitt 14 mit Bananen beladene Lkws an. Die Früchte werden grün geerntet, genießbar werden sie erst in den Reifekammern. Ahorner besitzt davon zehn Stück. Nach drei bis sieben Tagen sind die Bananen fit für die Auslieferung zu Rewe, Spar, Hofer und Co.

Schlucken müssen die Teuerung vor allem Importeure und Vorlieferanten. Supermarkt-Ketten schließen langfristige Verträge ab, die die Preise zumeist über ein Jahr absichern. Der Konsument werde daher in Österreich von den Engpässen auf dem europäischen Markt nicht viel spüren, meint Vrenezi.

Stark schwankende Preise

Der Großhandel mit Bananen ist auch ohne Unwetter saftigen Preisschwankungen unterworfen. Über den Winter koste die Box oft bis zu 19 Euro, und "das tut schon weh". Im Sommer hingegen sinke der Appetit auf Bananen: Der Karton ist daher oft um zehn Euro zu haben.

Das Bananengeschäft ist für Jamaika der fünftgrößte Wirtschaftszweig. Der Karibikstaat kämpft neben den Wirbelstürmen auch gegen die starke internationale Konkurrenz. Zudem schwelt seit Jahren ein Rechtsstreit zwischen den USAund Europa. Im Visier sind die Importhilfen der EUfür Bananen aus Ländern der Karibik, Afrika und dem pazifischen Raum. (vk, DER STANDARD, Printausgabe, 3.9.2008)

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