Endstation für Bammer

2. September 2008, 16:46
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Österreichs Nummer eins hatte im Viertelfinale gegen die Weltranglisten-Zweite, Jelena Jankovic, wenig zu bestellen

New York - Der Erfolgslauf von Sybille Bammer bei den US Open 2008 in New York ist im Viertelfinale beendet worden. Die 28-jährige Oberösterreicherin musste sich einer überlegenen Weltranglisten-Zweiten Jelena Jankovic nach exakt 1:30 Stunden mit 1:6,4:6 geschlagen geben. 40 unerzwungene Fehler von Bammer waren für ein Match gegen eine der Turnierfavoritinnen letztlich zu viel. Mit einem Sieg hätte Bammer österreichische Tennis-Geschichte schreiben können, denn es hat noch keine Österreicherin in ein Major-Halbfinale geschafft.

"Ich habe heute einfach viel zu viele unerzwungene Fehler gemacht, das war der Fakt", war sich Bammer des Grundes der Niederlage bewusst. "Es ist schon lange her, dass ich 40 unerzwungene Fehler in zwei Sätzen gemacht habe. Ich habe heute das Gefühl gehabt, ich muss mehr machen, weil ich so viel Zeit gehabt habe", meinte die beste Mama bei den US Open.

Das ursprünglich für das große Arthur-Ashe-Stadium angesetzte Damen-Viertelfinale wurde wegen der Überstunden von Novak Djokovic (gegen Tommy Robredo) bzw. Roger Federer (gegen Igor Andrejew), die jeweils über fünf Sätze gehen mussten, ins kleinere Louis-Armstrong-Stadium verlegt. Auf jenem Platz, auf dem sie am Sonntag Marion Bartoli im Achtelfinale ausgeschaltet hatte, lief es für Bammer von Beginn an aber nicht nach Wunsch.

Jankovic gelang gleich zu Beginn ein Break und trotz eines sofortigen Rebreaks von Bammer zum 1:1 fiel wohl schon im dritten Game eine kleine Vorentscheidung zum Satzverlust. Im zehn Minuten langen Aufschlagspiel der Ottensheimerin wehrte diese insgesamt fünf Breakbälle ab, der sechste war dann zu viel. Und dann machte Jankovic zwei Games zu Null in Folge zum 4:1. Nach 34 Minuten hatte die Serbin Satz eins in der Tasche.

Im zweiten Durchgang durchbrach Bammer den Aufschlag von Jankovic, vergab dann aber zwei Bälle zur 2:0-Führung. Ähnlich wie in Satz eins führte nach einem langen Service-Game Bammers der fünfte Breakball zum 1:1-Ausgleich. Bammer steigerte ihr Spiel etwas, obwohl die Anzahl der "unforced errors" nicht weniger wurde. Dennoch schien eine Wende nicht unmöglich, als sie der Serbin den Aufschlag zum 3:2 abnahm.

"Da habe ich mich besser gefühlt und habe gedacht, dass ich es umdrehen kann. Es war noch alles möglich", meinte auch Bammer. Doch sie verfiel wieder in diese aus ihrer Sicht zu aggressive Spielweise und Jankovic nützte dies mit cleverem Spiel aus.

Doch die Weltranglisten-30., die sich im Ranking nach dem Viertelfinale in Flushing Meadows gegen Platz 25 verbessern wird, gab sofort wieder ihren Aufschlag ab, Jankovic ging mit zwei Breaks 5:3 in Führung. Bammer fightete zum 4:5 zurück, beendete dann aber beim ersten Matchball ihrer Gegnerin die Partie mit einem Doppelfehler selbst.

"Sybille hat leider teilweise versucht, Jankovic vom Platz zu schießen, was unmöglich ist. Da fehlen Sybille noch die Mittel dazu, und so ist sie ihr ins offene Messer gelaufen", lautete auch die Analyse von Coach Jürgen Waber. Bammer war natürlich enttäuscht: "Es ist schade, wenn man im Viertelfinale steht und seine Leistung nicht bringen kann." Dennoch will sie nur das Positive aus New York mitnehmen. "Mit dem Turnier bin ich sehr zufrieden. Ich werde sehr viele neue Erfahrungen mitnehmen. Ich habe erstmals ein Achtelfinale gewonnen und habe ein Viertelfinale gespielt. Vielleicht klappt es bei einem anderen Grand Slam."

Bammers nächstes Programm: Heimflug am Mittwoch, dann einige Tage Pause, ehe das Training wieder aufgenommen wird. Auf die WTA-Tour kehrt die 28-Jährige erst Ende September in Stuttgart wieder zurück, danach spielt sie noch Moskau, Zürich, das Generali Ladies in Linz und zum Abschluss noch in Quebec. Was heuer noch möglich ist? "Ich will so viele Punkte sammeln wie möglich. Beim Tennis kommt es auch auf Auslosung, Gegner usw. an. Es ist nicht wie beim Marathon, dass man sagen kann, diese Zeit kann ich laufen." (APA)

  • Sybille Bammer produzierte zu viele Eigenfehler um Jankovic wirklich fordern zu können.
    foto:epa/justin lane

    Sybille Bammer produzierte zu viele Eigenfehler um Jankovic wirklich fordern zu können.

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