Schwere Vorwürfe gegen Polizei: Beamte sollen bewusst gegen Balluch ermittelt haben

2. September 2008, 16:00
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Obmann des "Vereins gegen Tierfabriken": "Die Polizei stellt es so hin, als hätte ich etwas Strafbares gemacht"

Schwere Vorwürfe gegen die Polizei hat Martin Balluch, der Obmann des "Vereins gegen Tierfabriken", unmittelbar nach seiner von der Oberstaatsanwaltschaft Wien angeordneten Enthaftung erhoben. Diese hätte bewusst gegen ihn ermittelt und Aussagen, die übers Internet Verbreitung fanden, aus dem Kontext gerissen, sagte der Tierrechts-Aktivist im Gespräch mit der APA: "Die Polizei stellt es so hin, als hätte ich etwas Strafbares gemacht."

Er widme sich seit elf Jahren eingehend dem Tierschutz. Natürlich habe er "ab und zu eine radikale Meinung geäußert". Im Hinblick auf das Recht auf freie Meinungsäußerung sei das aber zulässig, meinte Balluch.

"Ein Wahnsinn"

Ihm nun beispielsweise den Satz "Ich freue mich über den Ruin der Tierindustrie" zum Vorwurf zu machen, sei demgegenüber "ein Wahnsinn": Die Zusammenhänge, das, was er vorher und nachher gesagt habe, fehle in den Akten vollständig. "Der Satz ist einfach aus dem Kontext gerissen worden", betonte Balluch. Die Polizei habe offenbar eine Verdachtslage konstruieren wollen.

Die Polizei mache ihm weiters zum Vorwurf, seinen Computer verschlüsselt und haufenweise Datenmaterial gesammelt zu haben. Auch darin sei nichts Unrechtes zu erblicken: "Die Akten und Daten, die vielleicht zu einem halben Prozent auch Informationen über kriminelle Fälle enthalten, muss ich als Tierschutzexperte haben!" Er bzw. sein Verein hätten niemals gegen die Gesetze verstoßen.

Auf die Frage, wie es ihm im Gefängnis ergangen sei, erwiderte Balluch: "Es war ein Wahnsinn! Ich kann das gar nicht in Worte fassen." Er sei 110 Tage lang unter falschen Anschuldigungen der Freiheit beraubt worden, sei jetzt das Sonnenlicht gar nicht mehr gewohnt: "Den Sommer wollte ich einem Orang-Utan-Projekt widmen. Ich bin aufgrund der Festnahme leider nicht mehr dazu gekommen, die Termine abzusagen."

Die nunmehrige Freilassung sei für ihn "völlig überraschend" gekommen: "Ein Wärter ist auf mich zugekommen und gesagt, ich soll meine Sachen z'sammpacken und kann jetzt gehen." (APA)

 

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