Nachfönen

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    foto: (ap photo/houston chronicle, brett coomer

Medien mit Vorbildfunktion

Im zwischenmenschlichen Verkehr ergibt es sich häufig, dass der eine dem anderen etwas nachmacht. Der Fernsehkoch kocht Suppe und Braten, die Laienköche zuhause kochen Suppe und Braten nach. Der Vorturner turnt eine Grätsche vor, die Turner im Fitnesscenter turnen die Grätsche nach.

Auf zwei eher exzentrische Nachmach-Empfehlungen konnte man in den vergangenen Wochen in zwei Frauenzeitschriften stoßen: Madonna publizierte einen Artikel „zum Nachshoppen", in dem berichtet wurde, was die Sängerin Madonna jüngst eingekauft hat. In Woman wiederum wurde eine Frisur zum „Nachfönen" empfohlen.

So ist eben publizistisch dafür gesorgt, dass sich die Konsumentinnen und Konsumenten nicht selbst die Köpfe zerbrechen müssen, was sie zu shoppen haben oder wie sie fönen sollen, sondern bequem nachshoppen und nachfönen können, was ihnen Popstars und Models vorshoppen und vorfönen. Ich hoffe, dass diese nutzbringende Art der Berichterstattung nicht nur auf Shoppen und Fönen beschränkt bleibt, sondern die ihr gebührende Ausweitung auf alle Lebensbereiche erfährt: „So putzt Penelope Cruz die Zähne - Die Serie zum Nachputzen". „Das macht Brad Pitt, wenn ihn die Kopfhaut juckt: Zum Nachkratzen".

Von Christoph Winder

Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an christoph.winder@derStandard.at

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Was heißt da "FUT"??

Föhnen und taften.
Äh, Kopfhaare.

Furcht Und Tadel?

"Ist denn kein Ritter ohne Furcht und Tadel unter uns, der die beiden alten Damen ins Konzert begleitet?"
(Duden)

Man beachte oben stehende

Google-Anzeige:
Haarverpflanzung FUT
bis 3.000 Graft für 2.699,- Euro mit Flug, Übernachtung, Verpflegung
haartransplantation-istanbul.com

Der Nachföhner

wurde von einem bayerischen Schriftsteller (Herbert Rosendorfer?) erfunden:

Ein Mensch, der erst Kopfweh kriegt wenn die Föhnwetterlage vorbei ist.

In Kärnten wohl der "Nachjauker",

auch in an Kärnten grenzenden Teilen Steiermarks.

"Nachjaukerln" für Zweit- oder Auffrischungsimpfung
oder dart-ähnlich eine Spritze in den Gesäßmuskel nachjagen.

wenn die Aktienkurse fallen, dann muss man kräftig
"nachheizen"

Wer seine Nachfahren überholt, hat das schnellere Gefährt in der Familie!

den nachfahren vorfahren hat aber keine vorbildfunktion im sinne des artikels "nachfönen".

Na ja,

es ist ja auch ein genealogisches Phänomen!

bleib nur zu hoffen,....

dass diejenigen welche nachshoppen und nachföhnen,
nicht auch noch das Nachsehen haben.

Auf jeden Fall meine Bitte: seid nachsichtig !

nachschoppen

für alle, die nie genug kriegen können

...

und für die, welche nicht genug nachkriegen können!

was sagt der Duden....

denn zu "nachfönen" ?

"fö|nen: frühere Schreibung für föhnen"

Also wenn schon, dann bitte "nachföhnen" !

Eine frühere Rechtschreibweise "fönen" für "föhnen" in der Bedeutung "der Föhnwind weht" gibt es nicht.

Statt des DUDEN besser den WAHRIG oder das ÖSTERREICHISCHE WÖRTERBUCH zur Hand nehmen!

Pözgoschn.

"Fön, m. 'elektrischer Heißlufttrockner'. Zunächst

1908 als Warenzeichen eingetragen, im Anschluß an Föhn mit abweichender Schreibung. Verb: fönen" Sagt das Etymologische Wörterbuch von Herrn Kluge, von dem ich allerdings nur eine ältere Auflage (die 23. von 1999) habe.

Markennamen unterliegen nicht der Rechtschreibung.
Der Inhaber der Markenrechte darf aber keine Wortableitungen davon verwenden (nicht einmal deklinieren, Mehrzahbildung), sonst kann er des Schutzes der Marke verlustig gehen.
Analoges gilt für Veränderungen einer Wort-Bild-Marke. Um Erlaubnis einer Modifizierung/Modernisierung eines registrierten Warenzeichens muss neu eingereicht werden.

Danke für den interessanten Hinweis, das

wußte ich nicht. Bilde auch nie mehr Ableitungen von Billa (billaesk; ich billa, du billast, er billat..)

Soferne Sie nicht Prokurist beim BILLA sind,

können Sie getrost schriftlich weiter-billan!

In Österreich "fönen" (Haare trocknen) heuer noch letztmalig für Deutsch-Matura-Nachprüfung erlaubt, sonst seit 1. August 2008 nur mehr "föhnen".

fönen (in der Schweiz bis 31. August MMIX kein Fehhler!)

leitet(e) sich vom Markennamen "Fön" ab, welchen es weiterhin gibt und der keinerlei Rechtschreibregeln unterliegt.
Die Rechtschreibreform legte halt das "Föhnwind-Wehen" und "mit einem Föhn/Fön die Haare trocknen" zu einer Schreibweise (Föhnen) zusammen. Ob das ein Fortschritt ist?

"nachfönen" kann heute noch die Bedeutung haben "einen Föhn der Marke Fön nachbasteln".

Nachbasteln - ein dem Thema würdiges Wort mit nicht nur einer Bedeutung!

bis Ende Juli 2009

"Nachfönen" kann auch heifen, dass man etwaf hinterher ein bifchen hübfer macht

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