Neuer Schirm, neue Bedienung: der Blackberry Bold im Test

2. September 2008, 15:41
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Hatten einige frühere Modelle einen billig wirkenden Plastiklook, so ist der Bold ein elegantes Handy, relativ breit, aber gut zu fassen und kann sich mit dem iPhone messen

Für alteingesessene Einwohner des Smartphone-Universums, gar dem Pionier Blackberry, erscheint der Vergleich mit dem Emporkömmling von Apple unfair. Aber auch dem Blackberry 9000 Bold bleibt dies nicht erspart, wurde der Bold doch als Antwort der kanadischen RIM (Research in Motion) auf das jüngste iPhone gesehen.

Dramatisch verändert

Diese Sichtweise wäre schon deswegen ungerecht, weil der Bold noch vor dem iPhone 3G erschien, RIM damit noch vor Apple ein Gerät für das schnelle 3G-Datennetz auf den Markt brachte. Mit einen brillianten Farbschirm (480 mal 320 Pixel) hat der Bold sein Erscheinungsbild dramatisch verändert; hat man schon iPhone-Erfahrungen gemacht, verführt die Qualität des Displays dazu, gelegentlich Symbole anzutippen und zu erwarten, dass sich etwas tut.

Kein Touch

Aber es tut sich bei Berührung des Displays nichts, denn der Bold bleibt dem völlig tastaturgesteurten Blackberry-Konzept treu, nur an Stelle des seitlichen Drehrads trat ein Trackball. Die Qwertz-Tastatur, längst von Konkurrenten imitiert, bleibt Blackberrys Markenzeichen, und die leicht angeschrägten (stattt gewölbten) Tasten sind nach etwas Gewöhnung gut zu benutzen.

Plastik

Hatten einige frühere Modelle einen billig wirkenden Plastiklook, so ist der Bold ein elegantes Handy, relativ breit, aber gut zu fassen; die Rückseite aus Leder, der verchromte Rand eine Konzession an das iPhone, wie auch die schwarz verspiegelte obere Hälfte der Vorderseite.

Probleme mit der Datenverbindung traten im eigenen Test nicht auf

Der Bold ist Blackberrys erstes 3G-Gerät, Probleme mit der Datenverbindung traten im eigenen Test nicht auf. Online-Verbindungen sind auch über Wifi möglich. Zusammen mit dem deutlich verbesserten Browser ergibt dies eine wesentlich verbesserte Onlinenutzung am Blackberry. E-Mail, Blackberrys herausragendes Feature, ist im wesentlichen unverändert und exzellent. GPS ermöglicht Navigation, wie andere Handys ist es jedoch als Ersatz für ein Auto-Navi nicht zu empfehlen. Eine zwei Megapixel-Kamera samt Blitz ist integriert,

Entscheidung

Wie also misst sich der Blackberry Bold am iPhone? Für bisherige Blackberry-User ist es eine ganz deutliche Verbesserung. Wer jedoch noch kein Smartphone benutzt, dessen Entscheidung ist komplizierter. An der Tastatur (herkömmliche Tasten vs. Touch-Display) scheiden sich viele Geister; bei Business-Anwendungen wird Blackberrys Vorsprung schmäler. Und bei Musik und Video liegt das iPhone dem Bold, trotz verbessertem Display, weit voraus. (Helmut Spudich, DER STANDARD Printausgabe, 3. September 2008)

 

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