Industriestiftung will Erlöse aus der Bank Austria

2. September 2008, 17:56
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Der Verkauf der Immobilien-Privat-Stiftung der Bank Austria ist mangels zahlungskräftiger Interessenten vorerst auf Eis gelegt

Wien - Der Verkauf der Immobilien-Privat-Stiftung der Bank Austria (BA), der einen Erlös von bis zu 700 Mio. Euro bringen hätte sollen, ist mangels zahlungskräftiger Interessenten vorerst auf Eis gelegt.

Dafür zeichnet sich bei ihrer B&C Industriestiftung (Hauptbeteiligungen sind Porr, Lenzing, Semperit, Imperial Hotels, SAS Hotel, Forstgut Alwa) eine neue Entwicklung ab: Die operative B&C Holding unter dem neuen Vorstand Winfried Braumann arbeitet daran, die bei der Bank Austria geparkten Genussrechte für die Stiftungsbeteiligungen zu erwerben, heißt es.

Aus der Bank Austria verlautet dazu nur, man beteilige sich an Spekulationen nicht. BA-Chef-Chef Erich Hampel löste 2006 Gerhard Randa im Vorstand beider Stiftungen ab.

Die BA hat die Genussrechte aus der Industriestiftung mit 1,1 Milliarden Euro in der Bilanz stehen. Im Unterschied zur Immobilien-Privatstiftung galt ein Aufdröseln der komplizierten B&C-Struktur bisher als unmöglich. Weil sich BA-Eigentümer, UniCredit, offenbar von allen Nicht-Kerngeschäften trennen will, wird an einer geeigneten Variante gearbeitet.

Stiftungen

Die beiden Stiftungen (Immobilien und Industrie) wurden Ende 2000/Anfang 2001 von der BA - vor ihrer Übernahme durch die HypoVereinsbank - gegründet. Einer ihrer Konstrukteure, der frühere BA-Vorstand Friedrich Kadrnoska, ist heute Aufsichtsratchef der Porr.

Mit ein Grund für die damalige Auslagerung von Industrie-Beteiligungen in Stiftungen war der Umstand, dass damit eine Dekonsolidierung erreicht wurde. Die damalige BA-CA musste so ihre Industriebeteiligungen und Immobilien nicht mehr länger mit Kapital unterlegen. Und im Fall des Konkurses einer Beteiligung muss die Bank kein eigenkapitalersetzendes Darlehen geben. Zudem besteht keine Nachschusspflicht.

In der Vergangenheit gab es immer wieder Kritik an der Stiftungslösung, die laut Urkunde nicht widerrufen werden kann. Damit habe sich die BA jeder Disposition über das Management der Stiftung und die weitere Geschäftsgebarung begeben, hieß es.  (Claudia Ruff, DER STANDARD, Printausgabe, 3.9.2008)

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