Verkauf der Constantia-Bank schleppt sich hin

2. September 2008, 15:13
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Die Turnauer-Erbin Christine de Castelbajac kommt mit dem Verkauf ihrer Constantia Privatbank nicht so voran wie beim Start des Verkaufsprozesses gedacht

Wien - Die Turnauer-Erbin Christine de Castelbajac kommt mit dem Verkauf ihrer Constantia Privatbank nicht so voran wie beim Start des Verkaufsprozesses gedacht.

Nun stehen dem Vernehmen nach juristisch-technische und auch einige praktische Gründe einem raschen Abschluss entgegen. Namentlich müssten die behördlichen Genehmigungen und Firmenbucheintragungen der zur Jahresmitte erfolgten Bank-Teilung (Entflechtung vom Immobilienbereich) abgewartet werden. Damit könnte sich der Bank-Verkauf bis gegen Jahresende ziehen.

"Der Verkauf ist weder abgesagt noch abgeschlossen", sagte ein Banksprecher am Dienstag. Damit wies er Marktspekulationen zurück, die Eigentümerfamilie hätte den Deal abgeblasen.

Zuletzt hatte Anfang Juli der Constantia-Bankvorstand eine Entscheidung über den neuen Eigentümer "demnächst" in Aussicht gestellt, nachdem ursprünglich von einem Verkauf im März/April die Rede gewesen war.

Ende Juni haben die beiden börsenotierten Immofirmen Immoeast und Immofinanz die Immobiliensparte der Constantia Privatbank herausgekauft. Die Immo-Schiene der Bank bestand primär aus den Managementverträgen mit Immoeast und Immofinanz, die jetzt "internalisiert" (aufgekauft) worden sind. Damit reduziert sich das Geschäft der Bank künftig um die gebührenstarken Immoverträge.

Rechtswirksamkeit abwarten

Bei den Immobilien-Gesellschaften hatten die dortigen Manager das Closing und damit endgültiges Inkrafttreten der Trennung von der Bank für das vierte Quartal angegeben. Neben zahlreichen vertraglichen Neufassungen und Behördengenehmigungen müssen die Transaktionen vor allem auch im Firmenbuch eingetragen sein, um voll rechtswirksam zu sein. Bis dahin hätte auch ein (früherer) Bankverkauf nur unter Vorbehalten - unter aufschiebender Bedingung - erfolgen können, hieß es. Jetzt wolle man die volle Rechtswirksamkeit abwarten.

Für die Abspaltung des Immo-Teils per Ende Juni ist auch eine Zwischenbilanz der Constantia Bank zum 30. Juni erforderlich, die in nächster Zeit vorgelegt werden solle.

Neben dem juristischen Procedere dauere auch der praktische Vollzug der Abspaltung (Mitarbeiter-Zuständigkeiten, EDV-Trennung) seine Zeit, hieß es weiter. "Das hat alles 20 Jahre lang zusammengehört". Der Verkauf laufe noch, derzeit aber nicht mit voller Geschwindigkeit.

Es ist der zweite Anlauf, die Constantia-Bank zu verkaufen. Vor mehr als drei Jahren war von den Eigentümern - im wesentlichen Stiftungen, die der Tochter des 2000 verstorbenen Industrie-Tycoons Herbert Turnauer, Christine de Castelbajac, und ihrer Familie zugerechnet werden - bereits einmal der Verkauf vorbereitet, dann aber kurzfristig abgeblasen worden. Ende Jänner 2008 war der aktuelle Verkaufsplan publik geworden. Als Favorit galt seither zumindest lange Zeit die Schweizer Großbank Credit Suisse (CS). (APA)

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