Drastische Maßnahmen in Serie A

2. September 2008, 14:08
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Kartenverkauf für das Spiel Napoli gegen Fiorentina ausgesetzt - Mitreise-Verbot für Milan-Fans nach Genua - Ein bis zweijährige Stadienverbote

Rom - Für die nächste Meisterschaftsrunde ergriff die Regierung in Rom drastische Maßnahmen. Wie das Sicherheitskomitee für Sportevents des römischen Innenministeriums bekanntgab, wurde der Kartenverkauf für das Spiel des SSC Neapel gegen Fiorentina am 14. September ausgesetzt. Über die Milan-Anhänger verhängte man ein Mitreise-Verbot zur Auswärtspartie beim FC Genua. Zudem wurden die Sicherheitskräfte für das WM-Qualifikationsspiel am kommenden Mittwoch in Udine gegen Georgien in höchste Alarmbereitschaft versetzt.

Sechs Tifosi des Erstligisten Lecce, die am Sonntag nach dem Spiel beim Jürgen-Säumel-Club FC Torino wegen Krawallen angezeigt worden waren, bekamen ein einjähriges Stadionverbot auferlegt. Drei weitere Fans des Clubs müssen dem Stadion gar zwei Jahre lang fern bleiben, beschloss der Polizeichef von Turin.

Erhebliche Schäden

Bei den Krawallen wurden zehn Polizisten verletzt. Hooligans sollen am Sonntag einen Zug nach Rom gekapert und 300 Passagiere gezwungen haben auszusteigen. Anschließend sollen Waggons verwüstet worden sein. Bahnmitarbeiter hatten den Randalierern den Zugang zum Zug verwehrt, weil sie keine Fahrkarten besaßen. Vier Kontrolleure wurden angegriffen und verletzt. Die Bahngesellschaft Trenitalia meldete Schäden in Höhe von einer halben Million Euro. 20 Busse wurden schwer beschädigt.

Sieben Tifosi, die nach den Krawallen festgenommen wurden, sind schon auf freiem Fuß. Fußballverbandschef Giancarlo Abete meinte, man müsse die Gewalttätigen bestrafen, die Stadien jedoch nicht schließen. "Die Sperrung der Stadien ist eine extreme Lösung, die jedoch eine Niederlage für den ganzen italienischen Fußball bedeutet. Man muss arbeiten, um Fairness zu fördern und die Kriminellen zu isolieren, die sich als Fans bezeichnen. Dabei schaden sie mit ihrem Verhalten nur dem Fußball", sagte Abete am Dienstag.

Napoli-Präsident Aurelio De Laurentiis zeigte sich über die Vorfälle verbittert. "Ich bin zutiefst erschüttert. Ich habe keine Worte, um mein Bedauern zu beschreiben." (APA)

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