Kein "lebenslänglich" für Katharina Wagner

2. September 2008, 14:03
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Sie rechnet mit einer Vertragsdauer "zwischen fünf und sieben Jahren"

Berlin/Bayreuth - Wolfgang Wagner ist seiner Tochter Katharina zufolge nach der Entscheidung über die künftige Festspielleitung in Bayreuth "beruhigt, dass das Ganze in seinem Sinne übergeben wird". Er könne sich jetzt "beruhigt in die Rente zurückziehen", sagte Katharina Wagner am Montagabend im Deutschlandradio Kultur. Die Verträge müssen noch ausgehandelt werden. Katharina Wagner wollte am Dienstag bereits wieder in Bremen die Proben zu ihrer Neuinszenierung zu Richard Wagners Frühwerk "Rienzi" aufnehmen, die Premiere ist im Oktober geplant.

"Ich bin froh und beruhigt, dass dieses Ringen auch für die Mitarbeiter der Festspiele ein Ende hat", für die es eine "starke Ungewissheit" gegeben habe, meinte Katharina Wagner. "Ich bin dankbar, dass es endlich ein Ende hat, und zwar ein würdiges Ende gefunden hat. Wir mussten durch viele Indiskretionen und viele Anfeindungen durch, meine Schwester und ich. Letztlich hat sich der gewisse Anstand, den wir in der ganzen Sache gehalten haben, bewährt."

"Azubi" Katharina

Sie selbst sei von dem klaren Votum des Stiftungsrates, der sich einstimmig mit 22 Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen für die Halbschwestern und damit gegen Nike Wagner und Gerard Mortier entschieden hat, überrascht gewesen. "Damit haben wir nicht gerechnet." Zu den bevorstehenden Vertragsverhandlungen meinte Katharina Wagner, sie rechne mit einer Vertragsdauer "zwischen fünf und sieben Jahren" und fügte hinzu: "Auf keinen Fall natürlich lebenslänglich". Der inzwischen gesundheitlich angegriffene Wolfgang Wagner hatte noch einen Vertrag auf Lebenszeit.

Dazu meinte der Regisseur Hans-Jürgen Syberberg ("Winifred Wagner - Die Geschichte des Hauses Wahnfried"), eine so begrenzte Zeitspanne "für ein Programm in Bayreuth, das nun das Endziel eines Lebens von Richard Wagner war", sei nicht günstig. In zehn Jahren sei Eva Wagner-Pasquier über 73 Jahre alt, dann habe der Stiftungsrat nicht mehr die Wahl, wenn die jüngere Katharina vielleicht bereits wieder aufhöre, sagte Syberberg im Deutschlandradio Kultur. Vermutlich bereue der Stiftungsrat angesichts solcher Äußerungen die Wahl Katharina Wagners ja bereits wieder. "Katharina muss noch lernen, die darf nicht die Leitung bekommen, die muss eingebaut werden als Lernende, als Azubi (...), denn wie man sieht, sie ist zu jung." (APA/dpa)

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