Memorandum of Understanding mit Bulgarien unterzeichnet

2. September 2008, 12:21
posten

Bulgarien hofft auf Zuschlag für neues Stahlwerk - Auch Ukraine, Rumänien und die Türkei als Standort im Gespräch - Entscheidung bis Jahresende

Wien/Sofia - Bulgarien wird am 8. September mit dem börsennotierten Linzer Stahlkonzern voestalpine ein Memorandum of Understanding unterzeichnen. Die Vereinbarung steht im Zusammenhang mit dem von der voestalpine geplanten großen Stahlwerk am Schwarzen Meer. Bulgarien hofft - wie auch die Ukraine, Rumänien oder die Türkei -, den Zuschlag für das rund 5 Mrd. Euro schwere Projekt zu erhalten. Eine Entscheidung soll laut früheren Voest-Angaben bis Jahresende fallen. Frühestens 2010 soll mit dem Bau begonnen werden.

Das Memorandum lege die Verpflichtungen für beide Seiten fest, sollte Bulgarien für den Standort des neuen Stahlwerkes ausgewählt werden, so Bulgariens Wirtschafts- und Energieminister Peter Dimitrov laut einem Bericht der bulgarischen Nachrichtenagentur BTA von heute, Dienstag.

Bulgarien verpflichtet sich im Falle des Zuschlags unter anderem zur Errichtung einer Industriezone. Die Voest ihrerseits verpflichtet sich, sich innerhalb dieser Industriezone um einen Standort zu bewerben. Es wird erwartet, dass der Stahlkonzern nicht weniger als 5 Mrd. Euro in das Werk investiert, das eine Kapazität von rund 5,5 Millionen Tonnen jährlich haben wird und neueste, umweltfreundliche Technologie verwendet. Im Werk sollten 4.500 Mitarbeiter oder mehr beschäftigt werden.

Emissionsrechte

Laut Dimitrov dürfe Bulgarien in Bezug auf verfügbare Emissionsrechte, die für die Entscheidung der voestalpine eine der Prioritäten sind, gegenüber Rumänien auf keinen Vorteil hoffen. Noch schlimmer sei, dass Bulgarien auch gegenüber den Mitbewerbern Ukraine und der Türkei, die über keine Emissionsrechte verfügen und für umweltschädliche Emissionen auch nicht bezahlen müssten, keinen Vorteil habe. Das letzte Wort hinsichtlich Emissionsrechte habe aber die EU-Kommission.

Für das zweite große voestalpine-Stahlwerk - neben Linz - am Schwarzen Meer werden mehr als zehn Standorte in den vier Ländern Rumänien, Bulgarien, Ukraine und Türkei geprüft. Auch Rumänien glaubt sich in der engeren Wahl. Jedenfalls habe die Voest dort nach einem etwa 1.000 Hektar großen Grundstück für eine Großinvestition im Wert von bis zu 7 Mrd. Euro gesucht, berichtete die Nachrichtenagentur Rompres. (APA)

Share if you care.