Betriebsräte der Medizin-Unis fordern Kollektivvertrag

2. September 2008, 12:21
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Ansonsten "kurzfristig mit einem Qualitätsverlust zu rechnen" - Probleme bei Rekrutierung von Nachwuchs

Wien - Die sofortige Finanzierung des bereits ausgehandelten Kollektivvertrages für die österreichischen Universitäten trotz Neuwahlen haben die Betriebsräte der drei Medizinischen Universitäten heute, Dienstag, in einer Aussendung gefordert. Seine bisher noch nicht erfolgte Umsetzung mache es schwer, Nachwuchs zu finden: "Erstmals kommt es gehäuft vor, dass sich nur mehr sehr wenige, oft nur einzelne Bewerber für ausgeschriebene Stellen an unserer Universität bewerben", sagte der Vorsitzende des Betriebsrates an der Medizinischen Uni Wien (MUW), Thomas Szekeres.

Hahn will Angebot machen

Die Vorsitzenden der Betriebsräte der Medizin-Unis in Wien, Graz und Innsbruck beklagen, dass seit dem Inkrafttreten des neuen Universitätsgesetztes (UG) im Jahr 2004 die Unis noch immer keinen Kollektivvertrag haben, der Gehälter und Karrieremöglichkeiten festschreiben würde. Trotz "mehrfacher Lippenbekenntnisse" hätten weder der Wissenschafts-, noch der Finanzminister die benötigten Gelder zur Verfügung gestellt. ÖVP-Wissenschaftsminister Johannes Hahn hatte im Rahmen der Alpbacher Technologiegespräche angekündigt, dass er noch vor der Nationalratswahl für den Kollektivvertrag für das Universitätspersonal ein "gutes Angebot" machen will.

Attraktivitäts- und Qualitätsverlust

Ohne den Kollektivvertrag verlieren die Medizin-Unis laut den Betriebsräten "für hoch qualifizierte Bewerber jede Attraktivität", es sei "kurzfristig mit einem Qualitätsverlust zu rechnen". Keine qualifizierte Lehre, Forschung und Patientenbehandlung sie die Folge. Der Kollektivvertrag würde höhere Einstiegsgehälter und die Möglichkeit einer Karriere eröffnen, "nur so wäre es, wenn überhaupt, möglich, talentierte Jungwissenschafter oder ausgebildete Fachleute an die Universitäten zu bringen und dort zu halten", heißt es in der Mitteilung. (APA)

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