Österreicher bremsen bei Urlaubsreisen

2. September 2008, 12:08
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Die EURO, hohe Preise und die Verteilung der Feiertage könnten schuld daran sein, dass die Österreicher heuer deutlich auf die Bremse stiegen und Gratisunterkünfte bevorzugten

Wien - Die Österreicher machten im zweiten Quartal 2008 weniger Urlaubsreisen als noch vor einem Jahr. Insgesamt unternahmen rund 2,31 Mio. Personen ab 15 Jahren zwischen April und Juni rund 3,17 Mio. Reisen. Dies entspricht einem Minus von 21,3 Prozent gegenüber dem Vergleichsquartal 2007, teilte die Statistik Austria am Dienstag mit. Der Rückgang könnte laut den Statistikern daran liegen, dass die Osterfeiertage dieses Jahr in das erste Quartal fielen. Auch die erhöhten Preise - insbesondere Spritpreise - könnten zum Minus beigetragen haben.

Die Abnahme der Reisen ist sowohl bei den Inlandsreisen (- 29,5 Prozent) als auch bei den Auslandsreisen (-14,3 Prozent) bemerkbar gewesen. Neben den Osterfeiertagen und den erhöhten Preisen könnte auch die "ungünstige Verteilung anderer Feiertage" zum Minus beigetragen haben. So fielen heuer der 1. Mai und Christi Himmelfahrt auf den selben Tag. Die Fußball-Europameisterschaft EURO 2008 könnte ebenfalls zum Reise-Rückgang geführt haben, vermuten die Statistiker.

Zum Vergleich: Im ersten Quartal 2008 wurden insgesamt 3 Mio. Urlaubsreisen gemacht (+ 4,1 Prozent). Die Zahl der Reisenden betrug im selben Zeitraum 2 Mio. (+ 3,2 Prozent), so die Information der Statistik Austria.

Da im zweiten Quartal insgesamt mehr als ein Fünftel (21,9 Prozent) aller Reisen für Verwandten- oder Bekanntenbesuche genutzt wurde, war der Anteil der Gratisunterkünfte hoch, so die Statistik. Bei 24,7 Prozent aller Urlaubsreisen wurde gratis bei Freunden, Verwandten oder am Zweitwohnsitz übernachtet. Bei Inlandsreisen betrug dieser Wert sogar 31,6 Prozent.

Zu Besuch bei Freunden

Das wichtigste Inlandsreisemotiv war für die Österreicher der Besuch von Verwandten oder Bekannten (28,2 Prozent). Die Statistiker führen dies darauf zurück, dass der Muttertag in den Beobachtungszeitraum fiel. An zweiter Stelle lag Erholung (20,8 Prozent), gefolgt von sportlicher Aktivität (17,6 Prozent).

Wenn die Reise ins Ausland ging, waren Kultur und Städtereisen Spitzenreiter (30,1 Prozent). Strand- und Badeaufenthalte folgten mit 21,9 Prozent. Der Besuch von Verwandten und Freunden wurde an dritter Stelle genannt. (17,5 Prozent).

Italien - generell das wichtigste Auslandsreiseziel - lag in der Beliebtheit der Österreicher wieder am ersten Platz. Insgesamt gingen 24,5 Prozent aller Auslandreisen in das südliche Nachbarland. Italien lag damit vor Deutschland (13,5 Prozent), Kroatien (11,1 Prozent) und Spanien (6,4 Prozent). Der Anteil der Fernreisen (Reisen außerhalb Europas und der Türkei) belief sich auf rund 8,3 Prozent.

Im Inland war die Steiermark mit einem Anteil von 18,5 Prozent an erster Stelle. Kärnten und Oberösterreicher folgten auf Platz zwei und drei mit Anteilen von 14,5 beziehungsweise 12,1 Prozent. (APA)

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    Ganz daheim blieben die Österreicher nicht. Bei 24,7 Prozent aller Urlaubsreisen wurde allerdings gratis bei Freunden, Verwandten oder am Zweitwohnsitz übernachtet.

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