Neuer Chef soll IDS Scheer auf Rendite trimmen

2. September 2008, 11:38
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Organisation solle schlagkräftiger werden, zwei Managementebenen würden entfernt

Der deutsche IT-Berater IDS Scheer hat auf dem Weg zu höheren Renditen überraschend seinen Vorstandschef ausgetauscht. Der neue Mann an der Spitze ist seit Montag Peter Gerard, wie das Unternehmen mitteilte. Branchenerfahrung hat Gerard als Manager bei IBM in den USA, später war er Vorstand bei Mannesmann und KarstadtQuelle. Der frühere IDS-Aufsichtsrat habe Erfahrung im Umbau von Unternehmen. Der bisherige Vorstandschef Thomas Volk habe das Unternehmen verlassen.

An der Börse reagierten die Anleger zunächst skeptisch. Die im TecDax enthaltene IDS-Aktie verlor knapp drei Prozent auf 8,85 Euro und gab damit ihre Kursgewinne der vergangenen zehn Tage wieder ab.

Gerard solle das Umsatzwachstum bereits im kommenden Jahr wieder auf über zehn Prozent heben, sagte Firmengründer und Aufsichtsratschef August Wilhelm Scheer am Montag in einer Telefonkonferenz. Auch die operative Rendite (EBITA) solle wieder zweistellig werden. Vom neuen Chef erwartet er zügig Ergebnisse: "Ich wäre enttäuscht, wenn wir das nicht schaffen würden", sagte Scheer. Der Umbau soll Anfang 2009 abgeschlossen sein. Dem bisherigen Chef Volk traute Scheer die Umsetzung offenbar nicht zu. "Ich denke, wir haben jetzt das richtige Management, um diesen sehr ehrgeizigen Plan umzusetzen."

Die Organisation solle schlagkräftiger werden, zwei Managementebenen würden entfernt. Die Vertriebsmitarbeiter würden künftig zudem sowohl Beratungsdienstleistungen als auch Software verkaufen. Bisher waren die beiden Vertriebsbereiche getrennt.

Für das laufende Jahr erwartet IDS Scheer weiterhin eine operative Umsatzrendite vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITA) von acht bis neun Prozent. Der Umsatz soll rund 400 Mio. Euro erreichen, stabile Wechselkurse vorausgesetzt. Der Umbau werde keine zusätzlichen Kosten nach sich ziehen, sagte Scheer. Der bereits laufende Teil der Restrukturierung sei auf drei bis vier Mio. Euro veranschlagt.

Scheer trat zugleich Spekulationen entgegen, der Softwareriese SAP werde sich sein Haus einverleiben. "Das hört sich gut an. Es hat leider nur einen Fehler: Es ist nicht wahr." Er wolle seinen Anteil von 41 Prozent an IDS nicht verkaufen. "Mein Ziel ist es, IDS als unabhängiges Unternehmen zu erhalten."  (APA/Reuters)

 

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