ORF-Publikumsrat fordert Themenschwerpunkt zu Medienmacht

2. September 2008, 11:13
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Andreas Kratschmar auch für Ausstrahlung der Doku über die "Krone" - WAZ will Rolle der "Kronen Zeitung" nicht kommentieren

Wien  - Die deutsche WAZ, neben der Familie Dichand Hälfteeigentümer der "Kronen Zeitung", will sich zur aktuellen Rolle des Blattes und ihres Herausgebers Hans Dichand als Wahlkampfunterstützer von SPÖ-Spitzenkandidat Werner Faymann nicht äußern. "Die WAZ Mediengruppe hat nicht die Absicht, Ansichten und Aktivitäten von Herrn Dichand öffentlich zu kommentieren, um die laufenden Vergleichsgespräche nicht mit zusätzlichen Themen zu belasten", so WAZ-Pressesprecher Paul Binder zur APA.

Dass die Rolle von Österreichs größter Tageszeitung thematisiert wird, fordert hingegen Andreas Kratschmar, Vorsitzender des Programmausschusses im ORF-Publikumsrat. Er sieht diese Aufgabe vor allem beim öffentlich-rechtlichen ORF, der dadurch "in diesem demokratiepolitisch wichtigen Bereich seiner Verantwortung nachkommen" soll. "Vor der Nationalratswahl wäre zumindest ein Mini-Schwerpunkt des ORF oder ein Themenabend zum Thema 'Macht & Medien' angesagt", findet Kratschmar.

Ausstrahlung der Doku

Weiters fordert er vom ORF die Ausstrahlung der Dokumentation "Kronen Zeitung - Tag für Tag ein Boulevardstück". Der ORF hat die im Jahr 2002 produzierte Doku der belgischen Filmemacherin Nathalie Borgers bis heute nicht gezeigt. Laut Kratschmar gibt es "eine aufrechte Empfehlung des Publikumsrates, diesen Film auszustrahlen. Wann, wenn nicht jetzt, passt er hervorragend ins Programm?"

Auch die Diskussionsformate des ORF würden sich gut für eine fundierte Diskussion eignen. "Für einen solchen Schwerpunkt oder Themenabend braucht es nur ein bisschen Mut und Ambition der Geschäftsführung - Material ist ja wohl genug da", so Kratschmar. ORF-Kommunikationschef Pius Strobl wies das Ansinnen indes zurück und hielt gegenüber der APA fest, dass die Programmhoheit bei den gewählten Direktoren Elmar Oberhauser und Wolfgang Lorenz liege und der ORF kein "Zurufsprogramm" betreibe. (APA)

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