Anlauf auf achte WM-Teilnahme

2. September 2008, 11:01
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Österreich zuletzt 1998 bei einer WM-Endrunde - dreimal verzichtete der ÖFB aus finanziellen Gründen auf Quali-Teilnahme

Wien - Mit dem Spiel gegen Frankreich am Samstag (20.30 Uhr/live ORF1) im ausverkauften Wiener Happel-Stadion nimmt die österreichische Nationalmannschaft Anlauf auf die achte Teilnahme an einer Fußball-Weltmeisterschaft. Vier Tage später steht das Gastspiel in Litauen auf dem Programm, im Oktober geht es zunächst auswärts gegen die Färöer und kurz danach daheim gegen Serbien, ehe die WM-Qualifikation im Frühjahr 2009 fortgesetzt wird.

Österreichs Gegner in Gruppe sieben heißen Frankreich, Rumänien, Serbien, Litauen und Färöer, wobei der Pool-Sieger das Ticket für Südafrika 2010 sicher hat. Der schlechteste Zweite der insgesamt neun Gruppen scheidet aus, die restlichen acht Gruppenzweiten ermitteln in Hin- und Rückspiel die weiteren 4 der insgesamt 13 europäischen WM-Teilnehmer.

In der vergangenen WM-Ausscheidung war die ÖFB-Auswahl chancenlos, mit Respektabstand zu England und Polen blieb nur Rang drei. Im Rennen um einen Endrundenplatz für die WM 2002 schafften es Andreas Herzog und Co. immerhin ins Play-off der Gruppen-Zweiten, wo dann aber gegen den späteren Turnier-Dritten Türkei (0:1/h, 0:5/a) Endstation war.

Letzter Coup 1998

Zum bisher letzten Mal gelang 1998 der Vorstoß in den Kreis der besten Nationalteams der Welt, als die ÖFB-Auswahl den Pool mit Schweden, Schottland, Lettland, Estland und Weißrussland gewann. Noch vier Jahre zuvor war man meilenweit von einer Reise in die USA entfernt, für die Österreicher blieb in der Quali-Gruppe nur Rang vier hinter Schweden, Bulgarien und Frankreich.

In der Kampagne für die WM 1990 reichte ein zweiter Platz hinter der Sowjetunion zur Teilnahme, im Rennen um das Ticket für die WM 1986 scheiterten die Österreicher an ihren Quali-Gruppengegnern Ungarn und Niederlande.

Davor hatte die "Cordoba"-Generation rund um Hans Krankl und Herbert Prohaska zweimal in Folge die Qualifikation für die Endrunde geschafft. Für die WM 1982 gelang dies mit einem zweiten Pool-Platz hinter Deutschland, vier Jahre zuvor als Gruppensieger, womit eine 20-jährige Durststrecke beendet worden war.

Entscheidungsspiel für WM 74

Denn 1974 zogen die Österreicher im Entscheidungsspiel gegen Schweden in Gelsenkirchen (1:2) nur unglücklich den Kürzeren, in der Ausscheidung für 1970 und 1966 war die ÖFB-Truppe hingegen chancenlos. Auf eine Teilnahme an der Qualifikation für die WM 1962 in Chile wurde überhaupt verzichtet, weil sich der Verband damals einen Südamerika-Trip nicht leisten konnte. Ebenfalls aus finanziellen Gründen war schon von einer Mitwirkung an der Quali für die WM 1930 (Uruguay) und 1950 (Brasilien) abgesehen worden.

Souverän sicherten sich die Österreicher einen Platz im Starterfeld der WM 1958, vier Jahre zuvor genügte ein klarer Playoff-Sieg gegen Portugal (9:1/h, 0:0/a), um wenig später bei der Endrunde Rang drei einzufahren. Für einen Platz bei der WM 1934 mussten Matthias Sindelar und Co. nur Bulgarien vor eigenem Publikum 6:1 besiegen. Beim Turnier vier Jahre später wäre Österreich nach einem 2:1 über Lettland ebenfalls dabei gewesen, der Anschluss an Deutschland machte jedoch eine Teilnahme unmöglich. (APA)

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