AK rechnet mit höheren Kosten für schwarze Kindergeld-Vorschläge

2. September 2008, 08:57
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ÖVP hatte mit 15 bis 30 Millionen pro Jahr kalkuliert - Dennoch AK-Lob für einkommensabhängiges Kindergeld - Würde mehr Väter animieren, in Karenz zu gehen

Die ÖVP kalkuliert, dass ihr einkommensabhängiges Kindergeld Kosten von 15 bis 30 Millionen Euro pro Jahr verursachen würde. Stimmt nicht, sagt die Arbeiterkammer (AK). Sie rechnet laut Ö1-Morgenjournal zwar mit weit höheren Kosten, begrüßt den ÖVP-Vorstoß aber ausdrücklich. Die AK fordert ein solches Modell schon lange.

AK-Expertin Ingrid Moritz rechnet mit mindestens doppelt so hohen Mehrkosten wie die ÖVP: "Wir haben uns die Nettoeinkünfte der Frauen und Männer von 25 bis 29 Jahren angeschaut und sehen, dass zehn Prozent der Frauen dadurch mehr Geld bekommen würden als im Vergleich zu den derzeitigen Modellen - und das macht ungefähr 42 Millionen Euro aus. Weiters haben wir bei den Männern angenommen, dass sich die Zahl der Väter verdreifacht - und das kostet rund 15 Millionen Euro - in Summe also ungefähr 60 Millionen", sagt Moritz auf Ö1.

Mehr Väterkarenzen

Eine Folge der kürzeren, aber besser bezahlten Karenzen: Man würde dadurch mehr Betreuungsplätze für Kleinkinder benötigen. Dennoch bleibt die AK beim Lob für das Modell. Ein Vorteil sei, dass es "die partnerschaftliche Teilung fördert." Es würde also mehr Männer motivieren, in Karenz zu gehen, die bisher auf Grund finanzieller Einbußen darauf verzichtet hatten.

Dass in Ländern mit einkommensabhängigem Karenzgeld mehr Väter bei ihren Kindern bleiben, ist mittlerweile unbestritten. Vor allem dann, wenn das Modell nach dem sogenannten "use-it-or-loose-it" Prinzip funktioniert - das heißt: Absolvieren Männer die für sie exklusiv vorgesehenen Karenzmonate nicht, verfallen auch die Bezüge. (red, derStandard.at, 2.9.2008)

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    Foto: dpa/Waltraud Grubitzsch

    In Länder mit einkommensabhängigem Karenzgeld entscheiden sich mehr Väter dafür, zumindest eine Zeit lang zu Hause bei ihren Kindern zu bleiben.

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