Webtipps: Politik-Plattformen zur Wahl

28. August 2008, 17:32
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Politik-Webplattformen boomen in Zeiten des Wahlkampfs - Die Möglichkeit von Interaktivität und Partizipation soll das Politik-Interesse von (Jung-)Wählern wecken

"Wir rufen die kritische Öffentlichkeit auf, Wahlgrauslichkeiten zu dokumentieren und zu posten. Speziell wenn junge Menschen von Diskriminierung und Rufmord betroffen sind, müssen wir hinschauen, nicht wegblicken." Dudu Kücükgöl ist Vorsitzende der Bundesjugendvertretung (BJV). Der Dachverband aller österreichischer Jugendorganisationen hat im Hinblick auf die im September stattfindenden Nationalratswahlen das Webprojekt grauslich.at gestartet. Auf der Plattform sollen "Wahlgrauslichkeiten" gepostet werden, denn: "Der Wahlkampf ist keine Phase des Blumenstreuens und der gegenseitigen Zuneigung. Aber die verständliche Härte der politischen Auseinandersetzung ufert oft aus und mündet in Rufmord, Diskriminierung, Rassismus und Sexismus."

Nicht nur die BJV nutzt das Internet, um in Zeiten des Wahlkampfs auf politische Inhalte aufmerksam zu machen, diese kritisch zu beleuchten und dabei gleichzeitig auch das Interesse an Politik bei Jungwählern zu steigern. Auch zahlreiche andere Projekte sind in den vergangenen Tagen und Wochen online gegangen. So zum Beispiel wahlbarometer.at. Auf dieser Website hat man die Möglichkeit, Wahlversprechen und Äußerungen von Politikern und Parteien zu beurteilen. Eine Grafik spiegelt die Bewertungen aller Wahlversprechen und damit die Gesamtstimmung und Meinungen der User dieser Plattform wider.

meinparlament.at soll Wähler und Gewählte näher zusammenbringen. Es können Fragen an Nationalratsabgeordnete und an alle rund 1.200 Kandidaten gestellt werden. Auf der Startseite gibt man seine Postleitzahl oder sein Bundesland ein und es erscheint eine Liste der Nationalratsabgeordneten dieser Region, inklusive Details wie Alter und Beruf. Unter Angabe von vollem Namen und E-Mail-Adresse dürfen schließlich Fragen gestellt werden. Antworten liefern dann die Politiker persönlich - die Kandidaten aller Parteien haben sich bereiterklärt bei dem Projekt mitzumachen.

wahlkabine.at ist ein schon seit mehreren Jahren bekanntes Tool. Es wurde bei den Nationalratswahlen 2002 erstmals eingesetzt und definiert sich selbst als "politische Orientierungshilfe, die eine konstruktiven Beitrag zur Diskussion von Wahlen als Instrument politischer Beteiligung in der demokratischen Gesellschaft leisten möchte." Auf wahlkabine.at hat der User die Möglichkeit, eine Auswahl von Fragen zu aktuellen Themen der Politik in Österreich zu beantworten. Je nach Beantwortung werden die Ergebnisse den Parteien zugeordnet. Es wird damit ersichtlich, bei welcher Partei themenbezogen die politische Übereinstimmung am größten ist.

Ähnlich die Funktionsweise von politikkabine.at. Auch hier können sachpolitischen Fragen mit den Standpunkten der österreichischen Parteien verglichen werden.

wahltotal.at steht unter dem Motto "Ihr wollt unsere Stimmen - wir wollen eure Antworten". User können per Video Fragen stellen. Diese werden dann - ähnlich wie bei der Plattform meinparlament.at - von den Politikern beantwortet. Bürger können ihre Fragen an ganz bestimmte oder an alle Politiker richten. (red, derStandard.at, 28.8.2008)

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