Meinl International Power

1. September 2008, 18:57
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Juni 2007: Meinl International Power (MIP) wird in Jersey gegründet. Es folgt ein Börsengang in Wien bei dem 60 Millionen Zertifikate ausgegeben werden. MIP erlöst 600 Millionen Euro, die in Energieprojekte in Osteuropa investiert werden sollen.

14. Mai 2008: Bereits bei der ersten Hauptversammlung von MIP kommt es zu einem Eklat. Rebellische Investoren, die mit dem aktuellen Direktorium nicht zufrieden sind, beantragen die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung. Sie wollen die als Meinl-nahe geltenden Direktoren abwählen.

Fortan präsentieren beide Gruppen ihre Pläne: das aktuelle Direktorium um Ex-Verbund-Chef Hans Haider gibt an, sich von der Meinl Bank lösen zu wollen. Die "Rebellen" wollen unter anderem die Investmentstrategie überprüfen, da mittlerweile nicht mehr nur in Ost-, sondern auch in Westeuropa in Energieprojekte investiert wird.

28. Juli 2008: Es finden zwei außerordentliche HVs statt. Am Vormittag lässt Haider über seine Pläne abstimmen - und gewinnt. Gültig sollten die Pläne aber nur werden, wenn die Vorschläge der Rebellen am Nachmittag allesamt abgelehnt werden. Doch dann wird MIP-Direktor Michael Treichl abgewählt, was die Pläne von MIP-Chef Haider zunichte gemacht hätte. Es folgt der Ruf von Groß-Investoren, die angeben, ihre Stimmen seien nicht gewertet worden. Haider entschließt sich, diese Stimmen nachträglich anzuerkennen. Sie werden also hinzugezählt, was die Abstimmung umdreht - Treichl bleibt also MIP-Direktor. Ob diese Vorgehensweise rechtens war, muss jetzt ein Gericht in Jersey klären. (bpf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2.9.2008)

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