Bindende Erbsubstanz

1. September 2008, 23:00
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Gen beeinflusst Beziehungsfähigkeit von Männern

Washington - Begonnen hat es mit Untersuchungen an Wühlmäusen. Bei den kleinen Nagern zeigte sich nämlich, dass ein bestimmtes Gen, das einen Rezeptor für den Hirnbotenstoff Arginin-Vasopressin bildet, Auswirkungen auf das Beziehungsverhalten der Mäuse hat. Paul Lichtenstein vom schwedischen Karolinska-Institut in Stockholm und seine Mitarbeiter untersuchten nun, ob dasselbe Gen auch beim Menschen die Bindungsfähigkeit beeinflusst.

Dazu bestimmten sie zunächst, in welcher Variante das Gen bei insgesamt 2186 schwedischen Männern vorkommt. Dabei ging es nicht um die Varianten des Gens selbst, sondern die Varianten bestimmter DNA-Abschnitte, die mit dem Gen in Verbindung stehen.

Einen auffälligen Zusammenhang mit der Bindungsfähigkeit der Männer fanden die Forscher vor allem für eine "334" genannte Variante, wie sie im Fachblatt "PNAS" berichten: Männer mit dieser Variante erreichten in einem Standardtest zur Beziehungsfähigkeit nur geringe Werte und lebten häufig in unehelichen Partnerschaften - was auch immer ein Ehering in Sachen Monogamie bedeuten mag.

Insgesamt sei der Einfluss des Gens dennoch gering, betonen die Forscher. Und: Es eigne sich keinesfalls dazu, etwa die männliche Beziehungsfähigkeit vorherzusagen. (tasch, APA/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2. 9. 2008)

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