Zeitdruck bei AUA-Verkauf erhitzt Gemüter

1. September 2008, 18:45
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ÖIAG hält sich Notausstieg frei - mehr als ein Dutzend Interessenten

Wien - Die Vorgaben, die die ÖIAG beim AUA-Verkauf wie am Montag berichtet, gibt, erhitzen die Gemüter. Laut Investmentbankern ist das Procedere "ungewöhnlich; es ist eher abschreckend als einladend".

Anlass für die Kritik ist das Zeitkorsett, das die Anbotslegung nicht eben leicht macht.

An diesem Mittwoch (3. 9.) präsentiert das AUA-Management bei einem Kennenlern-Termin in Wien (kein Muss) seine eigenen Pläne für die Airline. Am Freitag beantworten die Investmentbanker von Merrill Lynch telefonisch Fragen, fünf Tage später müssen die Spitzenmanager der Interessenten ihre Strategie darstellen.

Bereits zwei Tage darauf muss ihr Fünf-Jahresplan für die AUA auf Basis 100 Prozent (so viel gibt es nicht zu kaufen; Anm.) präsentiert werden. Gleichzeitig muss die "interne Freigabe" (Beschlüsse der Gremien) da sein - und das Finanzierungskonzept samt Bestätigung der Banken. Bei Kauf auf Pump müssen am 12. September auch schon alle Details der Finanzierungsbedingungen auf den Tisch gelegt werden.

Während der potenzielle AUA-Bräutigam etwaige Abweichungen seiner Pläne bis zur Abgabe des bindenden Offerts (21. Oktober) schriftlich und im Detail begründen muss, hält sich die Mutter der Braut, die ÖIAG, den Notausgang frei. Sie kann den Verkaufsprozess mit einzelnen oder allen Interessenten jederzeit und ohne Begründung abbrechen oder verändern, und das gilt auch für den Zeitplan.

Interessenten gibt es trotzdem viele. Zwölf bis 14 haben sich gemeldet - neben internationalen Flugunternehmen sind zahlreiche Finanzinvestoren darunter. (Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2.9.2008)

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