"Gustav" soll 5,5 Milliarden Euro kosten

1. September 2008, 18:40
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Ölpreise nach Abschwächung gesunken

New Orleans/London/New York - Hurrikan "Gustav" traf am Montag einen der wichtigsten Öl-Terminals der USA, über den 56 Prozent der Ölimporte der Vereinigten Staaten abgewickelt werden. Da der Tropensturm aber nicht die teilweise befürchtete Kategorie vier, sondern nur die Kategorie zwei erreichte, blieb der Ölpreis auf den Rohstoffmärkten relativ unbeeindruckt.

Der mit 180 Stundenkilometer über die Südküste der USA fegende Hurrikan weckt vor allem Sorgen über mögliche Überflutungen nach Dammbrüchen an der Küste und entlang des Mississippi. Zwei Millionen Menschen waren aus ihren Häusern geflohen. Am Montag wurden die zu erwartenden Schäden durch "Gustav" aufgrund einer Computersimulation auf umgerechnet 5,5 Milliarden Euro geschätzt, berichtet CNN.

Ölpreise gesunken

 

Montagfrüh wurden Ölkontrakte auf den internationalen Rohstoffmärkten noch mit Zuschlägen von fast einem Dollar je Fass (159 Liter) gehandelt. Mit der Abschwächung des Hurrikans "Gustav" auf Stärke zwei (statt der befürchteten Stärke vier) und am späteren Abend sogar auf Stufe eins hat sich auch Rohöl wieder deutlich verbilligt.

Der Preis für ein Fass US-Leichtöl der Sorte WTI fiel am späten Nachmittag (MESZ) erstmals seit Anfang Mai wieder unter 111 Dollar je Fass (159 Liter) - zeitweise um rund fünf Dollar auf ein Vier-monatstief von 110,63 Dollar. Auch das in Europa preisbestimmende Nordseeöl Brent wurde mit 112,74 Dollar je Fass gehandelt, um 1,31 Dollar billiger als am Freitag.

Dass sich "Gustav" abschwächte, reduzierte natürlich auch den Risikoaufschlag deutlich, sagte Thomas Stenvoll, Ölanalyst der Schweizer Bank UBS.

Der heraufziehende Sturm hatte die Produktion der US-Ölfördereinrichtungen im Golf von Mexiko in den vergangenen Tagen stark eingeschränkt. Laut US-Energieinformationsdienst Rigzone wurden bis Sonntag mindestens 223 der 717 festverankerten Produktionsplattformen sicherheitshalber geräumt. Von den 121 beweglichen Bohrtürmen mussten 45 geschlossen werden. (red, DER STANDARD - Printausgabe, 2. September 2008)

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