Virtuelles, aber auch Essbares

1. September 2008, 18:28
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Mittlerweile hat sich ein eher traditioneller Ansatz im Programm des Medienkunst­festivals etabliert - Leitmotiv "A New Cultural Economy"

Dem Attribut "traditionell" würde sich das stets um progressive Analysen gesellschaftlicher Phänomene bemühte Festival Ars Electronica wohl eher verweigern. Dennoch hat sich eben dieser Ansatz mittlerweile etabliert und stellt heuer unter dem Leitmotiv "A New Cultural Economy" erneut Links zwischen Virtualität und realen Auswirkungen her. In der programmatischen Auseinandersetzung mit der neuen Ökonomie der Wissensgesellschaft lädt der Standard am Vorabend des Festivals zu einer Diskussion über die Grenzen geistigen Eigentums. Am Podium finden sich dazu u. a. Clémentin Deliss, Direktorin der Future Academy, sowie Konrad Becker vom Institut für neue Kulturtechnologien ein, moderiert von Standard-Kulturressortleiterin Andrea Schurian.

Tags darauf geht's so richtig los. In der Sektion Featured Art Scene präsentiert das Lentos investigative Kunst aus dem Netzwerk der Laibacher Galerie Kapelica, die Landesgalerie begibt sich mit dem Gedankenprojektor von alien productions auf die Spur der Visualisierung des Denkens. Im OK erwarten den Besucher bei der Cyber Arts die Siegerprojekte des diesjährigen Prix Ars Electronica, der in der Kategorie "Computer Animation / Film / VFX" an den kanadischen Stop-Motion-Film "Madame Tutli-Putli" geht (s. Bild). Subversiven Charme verströmt in der Schiene take away (data to go) das Projekt "Fallen Fruit", bei dem der Essbares hervorbringende Baum- und Strauchbestand der Stadt zwecks kollektiven Fruchtgenusses aufgestöbert und kartografiert wird. Beim campus 08 weiß man sich schließlich wieder ganz am Festivalkern, wenn die Technik-Uni Tokio medienkünstlerische Arbeiten präsentiert, als Modellbeispiel für gelebte Kreativwirtschaft. (wos, DER STANDARD/Printausgabe, 02.09.2008)

>> Linz, 4020 Linz, verschiedene Orte, 4.-9. 9.

  • Irdische Habseligkeiten sowie Geisterhaftes im Gepäck: "Madame Tutli-Putli" im Animationsfilm.
    foto: aec

    Irdische Habseligkeiten sowie Geisterhaftes im Gepäck: "Madame Tutli-Putli" im Animationsfilm.

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