Vorarlberger Polizei: Würgen ist ärger als beißen

1. September 2008, 17:43
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Unterschiedliche Sanktionen nach Polizeiübergriffen

Bregenz - Bei der Vorarlberger Polizei wird nicht immer mit gleichem Maß gemessen, Ein junger Polizist, der seine Freundin gewürgt haben soll, wurde sofort suspendiert. Ein Postenkommandant, der eine Mitarbeiterin gebissen und eingesperrt haben soll, bleibt im Polizeidienst, bis das Gericht den Fall behandelt hat. Er wurde lediglich versetzt.

Manfred Bliem, Landespolizeikommandant, erklärt, warum: "Das Würgen ist ein reines Aggressionsdelikt, wir haben dem jungen Kollegen zeigen müssen, dass wir das nicht dulden." Würgen ist aus Sicht Bliems "höher zu bewerten" als beißen. Die Entscheidung, den Kommandanten nicht zu suspendieren, hat Bliem gefällt. Die Disziplinarkommission habe diese Entscheidung bestätigt,
Bliem zu seinen Beweggründen: "Wird einer suspendiert, bekommt er zwei Drittel des Gehaltes weiter bezahlt.Da ist es mir lieber, den Mann in einem Bereich zu beschäftigen, wo ich dringend Personal brauche."

Der Kommandant, bislang nicht negativ aufgefallen, "aber als sehr streng im Umgang mit Untergebenen bekannt" (Bliem), ist seine Führungsposition los. Bliem: "Dadurch ist er eh fix und fertig."

Vorwürfe gegen den Mann sind der Gleichbehandlungsbeauftragten in der Sicherheitsdirektion seit Monaten bekannt. Uta Bachmann: "Es ging um Sticheleien, das war strafrechtlich nicht relevant." (Jutta Berger, DER STANDARD - Printausgabe, 2. September 2008)

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