Chronologie der Festspielleitung seit 1876

1. September 2008, 16:40
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In der 132-jährigen Geschichte der Bayreuther Festspiele standen ausschließlich Mitglieder der Familie Wagner an der Spitze: Von Richard bis Eva und Katharina

Richard Wagner
1876 und 1882


Der Komponist (1813-1883) rief 1876 die ersten Festspiele zur Aufführung seiner Opern ins Leben. Gespielt wurde sein vierteiliges Werk "Der Ring des Nibelungen". Erst sechs Jahre später fanden unter seiner Leitung die zweiten Festspiele statt, bei denen Wagners Spätwerk "Parsifal" uraufgeführt wurde.

Cosima Wagner
1886 - 1906


Richard Wagners zweite Ehefrau Cosima (1837- 1930) übernahm die Leitung nach dem Tod ihres Mannes. Sie verstand sich als "Gralshüterin" des Erbes ihres Mannes und verhinderte jegliche Neuerung. Zugleich ist es ihr jedoch maßgeblich zu verdanken, dass die Festspiele überhaupt weiterexistierten.

Siegfried Wagner
1908 - 1930


Dem Sohn von Richard und Cosima gelang es, nach einer Unterbrechung durch den Ersten Weltkrieg die Festspieltradition wieder aufzunehmen. In den 20er Jahren sorgte Siegfried Wagner (1869-1930) für eine Modernisierung der Inszenierungen. Auf Druck der Mutter heiratete der homosexuelle Siegfried 1915 die 28 Jahre jüngere Engländerin Winifred Marjorie Williams. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor.

Winifred Wagner
1931 - 1944


Nach Siegfrieds Tod übernahm seine Witwe Winifred (1897-1980) die Leitung der Festspiele. Sie war eine enge Freundin Adolf Hitlers, der jahrelang in der Wagner-Villa Haus Wahnfried ein und aus ging. Im Festspielhaus fanden "Kriegsfestspiele" für verwundete Soldaten statt. Nach Kriegsende musste Winifred die Festspielleitung abgeben. Noch in den 70er Jahren bekannte sie sich zu der Freundschaft mit Hitler.

Wieland Wagner und Wolfgang Wagner
1951 - 1966

Winifreds Söhne führten die durch die Nähe zu den Nazis diskreditierten Festspiele unter dem Begriff "Neu-Bayreuth" wieder zu internationalem Renommee. Insbesondere Wieland Wagners (1917-1966) Inszenierungen mit Lichtregie und abstrakten, radikal "entrümpelten" Bühnenbildern sorgten für Aufsehen.

Wolfgang Wagner
1967 - 2008

Nach dem frühen Tod seines Bruders Wieland übernahm der 1919 geborene Wolfgang Wagner die Alleinherrschaft in Bayreuth. Er selbst inszenierte konventionell, sorgte aber mit der Berufung von Regisseuren wie Götz Friedrich, Patrice Chereau oder Christoph Schlingensief für Aufmerksamkeit.

Eva Wagner-Pasquier und Katharina Wagner
2008 - laufend

Nach dem Rücktritt von Wolfgang Wagner, der am vergangenen Samstag 89 Jahre alt wurde, übernehmen die 63 bzw. 30 Jahre alten Töchter aus seinen beiden Ehen nun die Festspielleitung.

(APA/dpa)

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    Stammbaum mit Familienverhältnissen der Festspielleiter seit 1876.

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