Eva und Katharina Wagner

1. September 2008, 16:24
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Die beiden Töchter von Wolfgang Wagner aus zwei Ehen

Bayreuth - Eva Wagner-Pasquier und Katharina Wagner, die beiden Töchter von Wolfgang Wagner (89) aus zwei Ehen, werden künftig die renommierten Richard-Wagner-Festspiele als "Doppelspitze" leiten.

Eva Wagner-Pasquier

Eva Wagner-Pasquier (63) war bereits vor sieben Jahren vom Stiftungsrat als Festspielleiterin gewählt worden. Wolfgang Wagner pochte damals jedoch auf seinen lebenslangen Vertrag und verhinderte so die Machtübernahme seiner Tochter aus erster Ehe mit Ellen Drexel. Wie ihre Halbschwester Katharina kennt auch sie - zumindest aus ihrer Jugendzeit - die besonderen Arbeitsbedingungen am "Grünen Hügel".

Nach dem Tod von Wieland Wagner war Eva Wagner in fast allen Bereichen im Festspielhaus aktiv. Sie entdeckte den Tenor Peter Hofmann, war mitverantwortlich für die Rollenbesetzung und die Probenpläne für den "Jahrhundert-Ring" von Patrice Chereau im Jahr 1976. Nach der Scheidung Wolfgang Wagners von seiner ersten Frau Ellen im gleichen Jahr kam es zum Bruch zwischen Vater und Tochter. Erst der Tod von Wagners zweiter Ehefrau Gudrun Wagner ermöglichte schließlich die Aussöhnung und die gemeinsame Bewerbung mit ihrer Halbschwester Katharina.

Nach 1976 betreute sie bei der Münchner Produktionsfirma Unitel mehr als 30 Opern- und 120 Konzertfilme. 1984 setzte sich die versierte Kulturmanagerin unter 20 Bewerbern als Direktorin des Royal Opera House Covent Garden in London durch. 1987 wurde sie Programmdirektorin der neuen Pariser Bastille-Oper. In den 90er Jahren arbeitete sie unter anderem für das Teatro Real in Madrid und die New Yorker Metropolitan Opera. Seit 1997 wirkt sie als künstlerische Beraterin des Festivals von Aix-en-Provence und der Europäischen Musikakademie.

Katharina Wagner

Katharina Wagner (30) stammt aus der zweiten Ehe von Festspielchef Wagner mit seiner im Dezember 2007 gestorbenen langjährigen Mitarbeiterin Gudrun Wagner. Bereits seit ihrem Abitur arbeitete Katharina Wagner als Regie-Assistentin bei den Bayreuther Festspielen mit, unter anderem bei der "Meistersinger"-Inszenierung ihres Vaters. Sie studierte Theaterwissenschaft in Berlin und assistierte Harry Kupfer an der Lindenoper Berlin.

2002 gab sie ihr Regiedebüt in Würzburg mit der Wagner-Oper "Der fliegende Holländer". 2004 folgte der "Lohengrin" an der Oper Budapest. Im selben Jahr assistierte sie dem Theaterprovokateur Christoph Schlingensief bei dessen "Parsifal"-Inszenierung in Bayreuth. Höhepunkt ihrer bisherigen Laufbahn war ihre Neuinszenierung der Oper "Die Meistersinger von Nürnberg" im vergangenen Jahr in Bayreuth.

Anfang diesen Jahres übernahm sie gemeinsam mit ihrem Vater die Geschäftsführung der neu gegründeten "Bayreuther Festspiele Medien GmbH". Das Unternehmen soll die Vermarktung der Festspiele vorantreiben und ein jüngeres Publikum für die Festspiele erschließen. Erster Höhepunkt war Ende Juli die erste Live- Übertragung aus dem Festspielhaus mit Katharina Wagners "Meistersinger"-Inszenierung mit fast 40.000 Besuchern auf dem Bayreuther Volksfestplatz. (APA/dpa)

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