Finanzkrise beschert NordLB Minus beim Handelsergebnis

1. September 2008, 14:42
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Die Norddeutsche Landesbank ) ist im ersten Halbjahr mit einem blauen Auge durch die Finanzmarktkrise gekommen

Hamburg - Die Norddeutsche Landesbank (NordLB) ist im ersten Halbjahr mit einem blauen Auge durch die Finanzmarktkrise gekommen. Der Überschuss sackte wegen eines Einbruchs beim Handelsergebnis um die Hälfte auf 160 Mio. Euro ab. Damit stand das hannoversche Institut aber besser da als mehrere seiner Konkurrenten, die wegen der von faulen Hypotheken in den USA ausgelösten weltweiten Krise Verluste schreiben. Die NordLB führte dies am Montag darauf zurück, dass sie keine Subprime-Papiere in ihrem Depot habe, auf die bei anderen Banken hohe Abschreibungen fällig werden.

Die Finanzkrise sorge zwar für eine schwieriges Marktumfeld und bremse das Wachstum, "aber wir erzielen weiterhin respektable operative Ergebnisse", erklärte Vorstandschef Hannes Rehm. So erhöhte sich der Zinsüberschuss binnen Jahresfrist um sechs Prozent auf 706 Mio. Euro. In der Risikovorsorge verbuchte die NordLB 75 Mio. Euro, die zum größten Teil auf ein misslungenes Aktiengeschäft zurückgehen.

Die Bank hatte im Auftrag eines Kunden größere Aktienpakete mehrerer Unternehmen erworben. Der nahm die Papiere jedoch nicht ab, weshalb hohe Rückstellung nötig sind. Bei dem Kunden soll es sich um die Berliner Beteiligungsgesellschaft Vatas handeln, für die der in den 90er Jahren als Unternehmer-Wunderkind bekanntgewordene Lars Windhorst arbeitet.

Die NordLB steigerte ihr Provisionsergebnis in den ersten sechs Monaten um sieben Prozent auf 88 Mio. Euro. Beim Handelsergebnis bekam die Landesbank das schwächere Marktumfeld als Folge der Finanzmarktkrise dagegen voll zu spüren - es sackte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 183 Mio. auf minus 155 Mio. Euro ab.

Für das Gesamtjahr zeigte sich der Vorstand vorsichtig optimistisch. Das Handelsgeschäft werde zwar weiterhin von den Folgen der Finanzkrise und der allgemeinen Schwäche des Aktienmarkts belastet. Nach wie vor seien im Wertpapier-Portfolio aber keine Ausfälle zu verzeichnen. "Sofern sich das Marktumfeld nicht signifikant verschlechtert, sind wir zuversichtlich, das Geschäftsjahr mit einem Ergebnis auf Vorjahresniveau abschließen zu können", sagte Rehm. (APA/Reuters)

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